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28.01.2013

13:45 Uhr

Brandschutz in Deutschland

„Katastrophe wie in Brasilien ist eher unwahrscheinlich“

230 Tote gab es bei einem Feuer in einer brasilianischen Diskothek. Kann so etwas auch in Deutschland passieren? Experten nach können sich Club-Besucher hierzulande dank guter Brandschutzauflagen relativ sicher fühlen.

Eingang des „Kiss“-Clubs, wo ein Feuer hunderte Menschen das Leben kostete. Reuters

Eingang des „Kiss“-Clubs, wo ein Feuer hunderte Menschen das Leben kostete.

Stuttgart/HamburgDie Diskotheken in Deutschland sind nach Einschätzung des Prüfkonzerns Dekra gut gegen Feuer geschützt. „Eine Brandkatastrophe, wie sie in Brasilien stattgefunden hat, ist in Deutschland eher unwahrscheinlich“, sagte Dekra-Brandschutzexperte Hans-Jörg Scherbening der Nachrichtenagentur dpa.

„Absolut ausschließen kann man das aber natürlich niemals.“ Bei dem verheerenden Feuer im Nachtclub Kiss in Santa Maria (Bundesstaat Rio Grande do Sul) waren in der Nacht zum Sonntag mehr als 230 Menschen getötet worden.

Die Brandschutzmaßnahmen für deutsche Diskotheken seien in der Versammlungsstättenverordnung geregelt und gälten für Einrichtungen ab 200 Personen, sagte Scherbening. Demnach müsste unter anderem eine gute Brandfrüherkennung gesichert sein - beispielsweise durch Rauchmelder oder gut sichtbare Warnknöpfe. „Insbesondere gilt es auch zu beachten, dass in der Regel nur nicht brennbare Baustoffe zur Ausführung kommen dürfen.“

233 Todesopfer: Brandkatastrophe in Brasilien: Ursache war vermutlich Feuerwerk

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Brandkatastrophe in Brasilien: Ursache war vermutlich Feuerwerk

Die Opfer seien entweder erstickt oder niedergetrampelt worden.

Zudem müssten mindestens zwei Notausgänge vorhanden sein. Dabei gilt: Je mehr Menschen in die Diskothek passen, umso breiter müssen die Türen sein. „Sie müssen pro 200 Personen, die sich theoretisch in den Räumlichkeiten aufhalten können, mindestens 1,20 Meter breite Notausgänge nachweisen - pro angefangene hundert Personen kommen jeweils noch einmal sechzig Zentimeter dazu.“

Die Tragödie in Brasilien wurde vermutlich durch eine Leuchtfackel ausgelöst, die eine Band während ihres Auftritts entzündete. Pyrotechnik sei grundsätzlich auch in Deutschlands Diskotheken erlaubt, sagte Scherbening. „Da sind aber weitergehende Auflagen zu beachten.“

Beispielsweise müsste eine Brandwache anwesend sein - durch Feuerwehrleute oder entsprechende Sicherheitsdienste. „Die haben in der Regel geeignete Feuerlöscher in unmittelbarer Griffweite, so dass sie sofort reagieren können.“

Überprüft würden die Brandschutzauflagen in der Regel alle drei bis fünf Jahre. „Das macht zumeist in den größeren Städten die Feuerwehr oder das Ordnungsamt“, sagte Scherbening. Die technischen Einrichtungen würden durch Sachverständige spätestens alle drei Jahre getestet.

Von

dpa

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