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17.11.2011

16:01 Uhr

Brasilianische Haar-Ikone

Vor Chemo trennt sich Lula vom Vollbart

Dieser Bart war mehr als Gesichtsbehaarung: Der Ex-Präsident Brasiliens trug seine Backentracht mit Stolz. Nun ließ der an Krebs leidende Lula sich das Markenzeichen abschneiden - und kam der Chemotherapie zuvor.

Alles kahl, nur die Oberlippe bleibt haarig. Seine Frau rasierte Lula den symbolträchtigen Bart ab. dapd

Alles kahl, nur die Oberlippe bleibt haarig. Seine Frau rasierte Lula den symbolträchtigen Bart ab.

Sao PauloDer an Kehlkopfkrebs erkrankte frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich die Haare und auch seinen symbolträchtigen Bart abschneiden lassen. Damit ist der 66-Jährige den Nebenwirkungen einer Chemotherapie zuvorgekommen. Seine Frau Marisa Letícia sorgte höchstpersönlich für das neue „Outfit“. Vom Rasiermesser verschont blieb nur der Oberlippenbart, wie im Internet veröffentlichte Fotos zeigten.

Lula ließ sich nach Angaben des ihm nahestehenden „Instituto Cidadania“ vom Mittwoch (Ortszeit) am Wohnort des Paares in São Bernardo do Campo bei São Paulo frisieren. Der zuletzt ergraute Vollbart war seit Jahrzehnten ein Markenzeichen des Ex-Gewerkschafters, der von 2003 bis Ende 2010 Staatspräsident war. Die Ärzte hatten Ende Oktober bei Lula einen Kehlkopftumor festgestellt. Sie attestieren ihm aber gute Heilungschancen.

Der Tumor sei von „mittlerer Aggressivität“ und reagiere normalerweise gut auf Chemotherapie. Allerdings hatten die Mediziner vorgewarnt, es sei mit üblichen „Kollateral-Effekten“ wie Haarausfall zu rechnen. Den Zeitpunkt wollte Lula aber offensichtlich selbst bestimmen. Bislang absolvierte er eine Chemotherapie, der zweite Zyklus soll am Montag beginnen. Anfang 2012 ist zudem eine Strahlentherapie geplant.

Auch Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hatte sich wegen der Chemotherapie in diesem Jahr eine Glatze rasieren lassen. Der 57-jährige Venzolaner war mehrmals zur Behandlung nach Kuba geflogen und ist nach eigenen Angaben inzwischen geheilt. Auch Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff sowie Paraguays Staatschef Fernando Lugo unterzogen sich 2009 beziehungsweise 2010 wegen Krebserkrankungen mehreren Chemotherapien.

Von

dpa

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