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14.01.2007

14:26 Uhr

Brasilien

Suche nach Überlebenden in riesigem Erdkrater

Ein gigantischer Erdkrater hat im brasilianischen Sao Paulo mindestens sieben Menschen verschlungen. Das 30 Meter tiefe Erdloch mit einem Durchmesser von bis zu 80 Metern entstand während der Bauarbeiten für eine U-Bahn-Station. Die Rettungskräfte suchten am Sonntag intensiv nach den Vermissten.

Suche nach Vermissten dpa

Ein Mitglied der Rettungstrupps auf dem Weg in den Krater, in dem noch Menschen vermisst werden.

dpa RIO DE JANEIRO. „Wir müssen aber äußerst vorsichtig und langsam agieren, weil das Erdreich hier sehr instabil ist“, sagte der Chef der bei den Bergungsarbeiten eingesetzten Feuerwehrtrupps. Ein 50 Tonnen schwerer Kran am Rande des Erdloches könne zudem auf die Suchteams stürzen. Der Krater war am Freitag aus noch unbekannter Ursache aufgebrochen.

Einige Angehörige der Vermissten verfolgten die Bemühungen der Rettungskräfte aus nächster Nähe. Der Krater hatte mehrere Fahrzeuge und Menschen in die Tiefe gerissen, das Unglück löste Panik aus. Vermisst werden nach jüngsten Angaben mindestens fünf Insassen eines Kleinbusses sowie zwei Passanten. Der Fahrer eines Lastwagen war am Freitag lebend geborgen worden. Die Tiefe des Kraters im Nobel- Stadtteil Pinheiros kann nach Expertenschätzung auf 50 Meter wachsen.

Zahlreiche Häuser des Stadtviertels wurden infolge des Erdrutsches schwer beschädigt. Mindestens 80 Familien wurden in Sicherheit gebracht. Mehrere Gebäude am Rande des Kraters seien besonders gefährdet, berichteten Medien unter Berufung auf die Behörden. Eine der wichtigsten Schnellstraßen der größten Stadt Lateinamerikas, die Marginal Pinheiros, musste in der Nähe des Lochs gesperrt werden.

Die zuständigen Stadtbehörden wiesen jede Schuld von sich. Das Erdloch sei wahrscheinlich wegen des heftigen Regens und des aufgeweichten Bodens entstanden, hieß es. Es habe entgegen ersten Medienberichten keine ungewollte Detonation gegeben. Die Ursache solle mit einer Untersuchung ermittelt werden, sagte der Transportminister der Stadt Sao Paulo, José Portella. „Die Priorität liegt vorerst auf der Suche und Betreuung der Opfer“, betonte der Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, José Serra.

„Das war ein Albtraum, wie ein Katastrophenfilm aus Hollywood“, schilderte die 25-jährige Fernanda Garcia, die das Unglück beobachtet hatte. Der geparkte Wagen ihres Vaters sei ebenso von der Erde geschluckt worden wie zwei andere Autos, der gerade vorbeifahrende Kleinbus sowie mehrere Lastwagen und Fahrzeuge der Bauteams.

Arbeiter sagten, eine größere Tragödie sei nur verhindert worden, weil sich der Erdrutsch mit „komischen Geräuschen“ und mit an der Baustelle herabfallenden Steinchen angekündigt habe. „Wir waren 20 bis 30 Männer in der Baustelle und sind alle gerade noch rechtzeitig weggelaufen“, sagte ein Bauarbeiter.

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