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15.02.2015

17:45 Uhr

Braunschweig sagt Umzug ab

Terrorangst trübt die Karnevalsfreude

Zehntausende wollten Karneval in Braunschweig feiern. Kurz vor dem Start wird der Umzug abgeblasen - wegen Hinweisen auf Anschlagspläne. In den großen Karnevalshochburgen sollen die Rosenmontagsumzüge aber starten.

Karnevalsumzug abgesagt

Konkrete Gefahrenlage für Braunschweiger Altstadt

Karnevalsumzug abgesagt: Konkrete Gefahrenlage für Braunschweiger Altstadt

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Terrorangst auch in Deutschland: Der größte Karnevalsumzug des Nordens in Braunschweig ist am Sonntag kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf einen möglichen Terrorakt abgesagt worden. Aus „zuverlässigen Staatsschutzquellen“ sei bekanntgeworden, dass „eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund“ vorliege, erklärte die Polizei.

Mit Blick auf die Anschläge von Kopenhagen sehen die Sicherheitsbehörden aber nicht grundsätzlich eine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. In anderen Städten sollen die großen Rosenmontagsumzüge zum Wochenbeginn wie geplant stattfinden. In vielen Städten Deutschlands feierten schon am Sonntag Hunderttausende Narren ausgelassen.

Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag in Braunschweig, die Hinweise seien aus Ermittlungen des Staatsschutzes hervorgegangen. „Es handelte sich nicht um eine SMS oder einen Drohanruf.“ Bereits am Samstagabend hätten die Braunschweiger Behörden die Hinweise erhalten und daraufhin gründlich geprüft.

Deutsche Karnevalshochburgen

Düsseldorf

Der Rosenmontagszug in Düsseldorf ist einer der größten in Deutschland. Seine alljährliche Fernsehübertragung machte ihn bundesweit bekannt. Der Karneval markiert mit zahlreichen Sitzungen und Bällen einen Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens der Landeshauptstadt.

Köln

Der Kölner Karneval zählt weltweit zu den größten und bekanntesten Karnevalsfesten und ist damit ein enormer Wirtschaftsfaktor. Der Karneval sorgt jährlich für einen durchschnittlichen Gesamtumsatz von mehr als 460 Millionen Euro.

Münster

In Westfalen markiert der Münsteraner und Münsterländer Karneval den Höhepunkt der Session. Karnevalshochburgen sind insbesondere die Stadt Beckum und die Gemeinde Recke.

Braunschweig

Der Braunschweiger Karnevalsumzug gilt als einer der längsten Umzüge Norddeutschlands. 2005 zog er mehr als 250.000 Besucher an. 2010 waren es bei kaltem Wetter und Schnee jedoch nur rund 100.000. 2015 wurde er abgesagt wegen Terrorgefahr.

Mainz

Die Mainzer Fastnacht – auch „Määnzer Fassenacht“ genannt – zählt zu den traditionsreichsten und größten Karnevalsveranstaltungen. Mainz pflegt in der fünften Jahreszeit eine besondere politisch-literarische Komponente.

Trier

Der Trierer Karneval gehört zu den größten Karnevalsfesten in Rheinland-Pfalz und erlebt seinen Höhepunkt am Rosenmontag. Dann fahren ab 12:11 Uhr die Narren mit mehr als 100 Tanzgruppen und Wagen durch die Trierer Altstadt.

Würzburg

Würzburg feiert seit dem 18. Jahrhundert Karneval. Heute lockt das Fest bis zu 200.000 Besucher jährlich in die Stadt. Der Umzug ist der größte deutsche Faschingsumzug außerhalb des Rheinlandes.

München

Der Münchner Fasching findet traditionell mit Faschingsbällen statt. Prunksitzungen gibt es in der bayrischen Landeshauptstadt nicht. Seit 2006 fährt nach mehreren Jahren Pause wieder ein Straßenumzug durch die Stadt.

Cottbus

Cottbus ist das Epizentrum des ostdeutschen Karnevals. Dort findet auch der größte Straßenumzug Ostdeutschlands statt.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Terrordrohung in Dresden gegen die islamkritische Pegida-Bewegung zu einem Demonstrationsverbot in der gesamten Stadt geführt. Zum Braunschweiger Karneval hatten die Veranstalter am Sonntag bis zu 250 000 Besucher erwartet. In diesem Jahr sollten 4500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen standen zum Start bereit.

Anders als in Braunschweig feierten zum Beispiel in Hessen am Sonntag Hunderttausende Menschen Karneval: Allein in Wiesbaden kamen 400 000 Menschen zum Umzug. In Frankfurt am Main waren es rund 330 000. Am Rosenmontag werden auch in den Karnevalshochburgen in Mainz, Düsseldorf und Köln Hunderttausende Menschen bei Straßenumzügen erwartet. Diese sollen stattfinden.

Aus den Innenministerien in NRW und Rheinland-Pfalz hieß es, es gebe keine konkreten Hinweise auf Bedrohungen. Die Polizei sei aber sensibilisiert. Die Behörden in anderen Ländern wie Baden-Württemberg und im Saarland betonten ebenso, die dortigen Karnevalsumzüge sollten planmäßig stattfinden.

Kommentare (4)

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Herr Ha Ho

16.02.2015, 07:39 Uhr

Nein, wir brauchen keine Islamismus/Religionsfreiheit/Pressefreiheit/Meinungsfreiheit oder sonstige böse böse rechtsradikale Debatten in Deutschland. Wir lassen uns lieber in unserer allgemeinen Bewegungsfreiheit einschränken.

#GutmenschenseiDank!

Frau Ellis Müller

16.02.2015, 08:02 Uhr

Terrorangst - gehört jetzt auch zu Deutschland, das hatte die Kanzlerin vergessen zu erwähnen.

G. Nampf

16.02.2015, 09:55 Uhr

Soweit ist es in D schon gekommen:

Terroisten müsse garkeine Anschläge mehr verüben. Es reicht, daß sie bei der Polizei anrufen.

Ich hätte den Umzug auch abgeblasen, denn wegen eines Karnevalsumzugs tote Kinder zu verantworten, ist extrem unverantwortlich .

Aber für mich stellt sich umso mehr die Frage, wieviel Islam für D guttut.
Meine Meinung ist: Es kann auch eher weniger sein.

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