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08.11.2013

10:45 Uhr

British Airways

226 Kilo-Mann darf nicht fliegen

British Airways hat einem 226 Kilogramm schweren 22-Jährigen den Flug verweigert. Die Familie des hormonkrankem Franzosen ist in den USA gestrandet. Selbst das französische Konsulat konnte die Airline nicht überzeugen.

Ein Flugzeug der British Airways-Flotte. Weil die Flugkette die Sicherheit eines 226 Kilogramm schweren Franzosen nicht gewährleisten konnte, verweigerte British Airways ihm den Flug. Reuters

Ein Flugzeug der British Airways-Flotte. Weil die Flugkette die Sicherheit eines 226 Kilogramm schweren Franzosen nicht gewährleisten konnte, verweigerte British Airways ihm den Flug.

ChicagoWeil British Airways ihrem 226 Kilogramm schweren Sohn den Rückflug in die Heimat verweigert, sitzt eine französische Familie in den USA fest. Der 22-jährige Kevin C. war eineinhalb Jahre lang wegen einer Hormonstörung in Chicago behandelt worden, die seine Fettleibigkeit verursachte. Als er nun wieder zurückkehren wollte, ließ ihn die Fluggesellschaft nicht an Bord: „British Airways lässt uns einfach sitzen, obwohl sie uns doch hierher gebracht haben“, schilderte die verzweifelte Mutter Christina C. einem örtlichen Ableger des Senders CBS.

Die Familie hatte eine ganze Woche in einem Flughafenhotel verbracht und von dort aus vergebens versucht, das Problem mit der Fluggesellschaft zu lösen. „Wenn sie ihn in der Economy-Klasse hierher fliegen konnten, hätten sie ihn auch in der Economy-Klasse zurück nach Hause bringen können, damit er dort seine Behandlung fortführen kann“, schimpfte die Mutter. Selbst das französische Konsulat schaltete sich ein, gab seinen Vermittlungsversuch laut einer Sprecherin aber auf, „da die Fluggesellschaft strikt auf ihren Sicherheitsvorgaben bestand“.

Roter Teppich für alle – Ungewöhnliche Zusatzservices

Last-Minute-Upgrade

Bei Delta in den USA verkaufen die Flugbegleiter an Bord mithilfe ihrer Tablet-Computer Upgrades für die letzten freien First-Class-Sitze, in der Regel für weniger Geld als bei einer frühzeitigen Buchung.

Koffer nach Hause

Für 30 Dollar liefern American Airlines und US Airways innerhalb von vier Stunden nach der Landung in den USA den Koffer ins Hotel oder nach Hause, damit sich die Kundschaft das Warten am Band sparen kann.

Genuss am Himmel

Bei Langstreckenflügen aus Paris bietet Air France neben dem kostenlosen Standardessen fünf weitere Menüs der traditionellen französischen Küche, von Bio bis zur 28 Euro teuren, viergängigen „Sélection“ des Gourmettempels „Maison Lenotre“ aus Paris. Kurzentschlossene Genießer können über den -À-la-Carte-Service von Austrian Airlines noch eine Stunde vor Abflug beim Wiener Edelcaterer Do & Co für 15 Euros Tapas, Salate und natürlich Wiener Schnitzel mit Vor- und Nachspeise ordern.

Kindermenü für einen Penny

Bestellen Eltern beim britischen Ferienflieger Jet2.com eine Mahlzeit (ab umgerechnet 9,50 Euro), bekommen ihre Kinder das Menü für einen Penny. Damit die Eltern nicht vergessen zu bestellen, erinnert sie die Linie rechtzeitig vor dem Abflug mit einer Mail, wie lang der Flug ist.

Bequemer zum Flieger

Zum „Roter Teppich“ genannten Paket des malaysischen Billigfliegers Air Asia gehört für umgerechnet 25 Euro freies WLAN am Flughafen, eine schnellere Pass- und Sicherheitskontrolle und das Versprechen, dass der Koffer bei Ankunft zuerst auf das Gepäckband rollt.

Extra-Flatrate

Für eine Pauschale von 199 Dollar können die Kunden bei Delta drei Monate lang auf jedem Flug innerhalb der Vereinigten Staaten ohne Zusatzgebühr einen Koffer aufgeben und zusätzlich als Erste ins Flugzeug einsteigen. Darüber hinaus bekommen sie außerdem Sitze mit mehr Platz und zusätzliche Meilen im Bonusprogramm.

Serviceclub

250 Euro verlangt der spanische Billigflieger Vueling für zehn Lounge-Besuche, schnellere Sicherheitskontrollen und das Recht, als Erster einzusteigen. Beim ungarischen Ultra-Geizflieger Wizzair bekommen Mitglieder des Discount Clubs für knapp 30 Euro Jahresgebühr immer mindestens zehn Euro Rabatt auf alle Tickets außer den allerbilligsten.

Laden an Bord

In ihren Airbus A380-Superjumbos bietet Korean Air statt der bei anderen üblichen Bar einen Duty-free-Laden mit 64 Artikeln. In den Regalen gehalten werden die zollfreien Waren von kleinen Magneten – damit die teuren Parfüms und Cremes bei Turbulenzen nicht herumfliegen.

Kaufhaus im Vordersitz

Über sein Bordunterhaltungssystem verkauft der US-Billigflieger Virgin America ein Schlafset mit Kissen und Decke für neun Dollar sowie Schmerz- und Schlaftabletten für vier Dollar. Die Rechnung begleichen die Passagiere am Ende des Fluges am Bildschirm per Kreditkarte.

Nie mehr Kofferverlust

Die australische Qantas verkauft für umgerechnet 40 Euro einen Gepäckanhänger, der dank RFID-Technik immer zeigt, wo der Koffer gerade ist. Ein ähnliches System erprobt auch British Airways.

Quelle: Wirtschaftswoche, Rüdiger Kiani-Kreß

Weil ihr das Geld auszugehen drohte, kam die Familie letztlich zu dem Schluss, dass sie wohl nur noch mit dem Zug nach New York fahren und von dort mit dem Kreuzfahrtschiff Queen Mary den Atlantik überqueren kann. Kevin C. fürchtet, dass es nicht nur ihm so geht: „Ich bin sicher, dass es viele dicke Menschen wie mich gibt oder noch dickere, die wegen des gleichen Problems nicht reisen können“, sagte der gut 500 Pfund schwere Patient dem Fernsehsender.

Kevin C. muss rund um die Uhr behandelt und mit Sauerstoff versorgt werden. British Airways verwies deshalb darauf, dass es unmöglich sei, „den Passagier an Bord irgendeines Flugzeuges unserer Flotte sicher unterzubringen“. Der Kundenservice bemühe sich um eine Lösung des Problems, der Familie seien zudem die Erstattung des Flugpreises sowie Unterkunft und Beratung zu anderen Reisemöglichkeiten angeboten worden.

Von

afp

Kommentare (1)

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Pragmatiker

08.11.2013, 13:21 Uhr

Mehr noch als der Artikel schockt mich der Kommentar von ProKapitalismus.
Ich wiege mit 160 kg auch nicht gerade wenig und habe bisher noch nie schlechte Erfahrungen gemacht.
Aber Britsh Airways wird mit mir sicherlich keine Probleme haben. Dort werde ich sicher nicht mehr buchen!

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