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20.01.2017

16:49 Uhr

Brustimplantate-Skandal

TÜV soll Tausende Frauen entschädigen

Das juristische Tauziehen um den Brustimplantate-Skandal nimmt kein Ende. Ein Gericht in Frankreich verurteilt den TÜV Rheinland zu Schadenersatz. Die Entscheidung könnte teuer werden.

Der TÜV Rheinland wurde von einem französischen Handelsgericht zu einer empfindlichen Strafe verurteilt. Grund sei die Zertifizierung von fehlerhaften Brustimplantaten. AFP; Files; Francois Guillot

Fehlerhafte Brustimplantate

Der TÜV Rheinland wurde von einem französischen Handelsgericht zu einer empfindlichen Strafe verurteilt. Grund sei die Zertifizierung von fehlerhaften Brustimplantaten.

ToulonIm Skandal um minderwertige Brustimplantate hat ein französisches Gericht den TÜV Rheinland zur Zahlung von etwa 60 Millionen Euro verurteilt. Das Handelsgericht von Toulon sprach rund 20.000 Klägerinnen am Freitag Schadenersatz von vorläufig jeweils 3000 Euro zu. Der TÜV habe bei der Zertifizierung der Produktion des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) seine Pflichten verletzt, heißt es in den Urteilen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Der TÜV kündigte Berufung an und kritisierte, dass die Entscheidung im Widerspruch zur Rechtssprechung anderer Gerichte stehe. Das Handelsgericht von Toulon hatte das deutsche Prüfunternehmen 2013 schon einmal zu Schadenersatz für mehr als 1600 Frauen verurteilt. Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence kassierte das Urteil aber später wieder und sprach den TÜV vom Vorwurf der Schlamperei frei.

Der inzwischen insolvente Hersteller PIP hatte jahrelang billiges Industriesilikon für seine Implantate verwendet. Die reißanfälligen Silikonkissen könnten Schätzungen zufolge weltweit bei Hunderttausenden Frauen eingesetzt worden sein, allein in Deutschland waren mehr als 5000 Frauen betroffen. Der TÜV hatte nur Unterlagen und die Qualitätssicherung von PIP überprüft, nicht die Kissen selbst. Auf dieser Grundlage erhielt der Hersteller das europäische CE-Siegel.

Das Gericht in Toulon erklärte, der TÜV habe dabei „seine Pflichten zur Kontrolle, Vorsicht und Wachsamkeit“ verletzt. Die geringste unangekündigte Inspektion hätte den Betrug auffliegen lassen, heißt es im Urteilstext. Die 3000 Euro pro Frau sind eine Provision, jede Betroffene könnte vor Gericht im Einzelfall noch höhere Forderungen geltend machen. Auch mehreren ausländischen Kliniken und Vertreibern sprach das Gericht Schadenersatz zu.

Der TÜV sieht sich dagegen als Opfer der Täuschung von PIP - eine Auffassung, die auch die Richter im Strafprozess gegen PIP-Gründer Jean-Claude Mas teilten. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die Prozessbevollmächtigte des TÜV kritisierte es vor diesem Hintergrund als „unverantwortlich“, dass das Gericht den Klägerinnen vorläufige Beträge zusprach und diese für sofort vollstreckbar erklärte. Der TÜV müsste damit erstmal zahlen, selbst wenn er in Berufung geht - gegen diese Entscheidung will das Unternehmen nun ebenfalls Rechtsmittel einlegen.

Nach der Entscheidung von 2013 hatte der TÜV mehr als 5 Millionen Euro an die Klägerinnen gezahlt. Nach dem Sieg im Berufungsverfahren forderte er das Geld zurück - sah jedoch nach Angaben eines Sprechers nur einen sehr geringen Teil wieder.

Der PIP-Skandal war 2010 aufgeflogen und hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Deutsche und französische Behörden empfahlen den Frauen, die Kissen vorsorglich entfernen zu lassen. Allein in Frankreich kamen mehr als 18.000 Betroffene dieser Aufforderung nach.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.01.2017, 17:31 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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