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07.01.2004

18:23 Uhr

Bund setzt Ländern Frist

Pannen bei BSE-Tests nehmen zu

Aus immer mehr Bundesländern werden Pannen bei den vorgeschriebenen BSE-Tests bekannt. Nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilte Bayern am Mittwoch mit, nach derzeitigem Stand seien bei 55 Schlachtrindern keine BSE-Tests vorgenommen worden.

Rinderhirnprobe. Archivphoto: dpa.

Rinderhirnprobe. Archivphoto: dpa.

HB BERLIN. In Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben der Behörden sechs Rinder entgegen den Vorschriften nicht auf BSE getestet. Damit stieg die Zahl der ungetesteten Schlachttiere bundesweit auf mehrere hundert an. Fleisch, das nicht auf die Rinderseuche überprüft wurde, ist nach Länderangaben auch in den Handel gelangt. Das Bundesagrarministerium forderte zügige Aufklärung und setzte den Ländern eine Frist, bis Mittwochabend die vollständigen Testdaten vorzulegen. Mehrere Länder nannten die Vorgabe illusorisch.

Seit 2003 müssen alle BSE-Tests in eine bundesweite Datenbank gemeldet werden. Beim Abgleichen der Datenbank zum Jahresende waren Unstimmigkeiten zwischen der Zahl der geschlachteten und der getesteten Rinder festgestellt worden. Nach Angaben des Bundesagrarministeriums sind hiervon rund 0,6 Prozent oder etwa 17 000 der drei Millionen Schlachttiere betroffen, die im Jahr 2003 auf BSE getestet werden sollten. Dies bedeute aber nicht, dass bei Tausenden Rindern der Test versäumt worden sei. In vielen Fällen seien auch Verwaltungsfehler, zu spät eingegebene Daten oder falsche Adressenangaben der Landwirte in der Datenbank für die Unstimmigkeit verantwortlich.

Bislang haben Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland Zahlen veröffentlicht. Im Saarland wurden nach Behördenangaben mindestens 25 Schlachtrinder nicht auf BSE getestet. Fleisch der Tiere sei in den Verkehr gelangt. Gegen den zuständigen Tierarzt sei Strafanzeige erstattet worden. In Rheinland-Pfalz stieg die Zahl der nicht getesten Tiere bis Mittwochabend auf 52. Es habe auch „Schwarzschlachtungen“ gegeben, bei denen die Staatsanwaltschaft ermittele. Baden-Württemberg hatte nach Bundesangaben bereits vor Weihnachten 180 Fälle gemeldet, bei denen nicht ordnungsgemäß auf BSE getestet worden war.

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