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16.03.2011

13:46 Uhr

Bundesamt für Strahlenschutz

Keine Strahlungsgefahr für Deutschland

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat bekräftigt, dass Deutschland keiner Gefahr durch die Unglücke in Japan droht. BfS-Präsident Wolfram König gab offiziell Entwarnung - Japan ist einfach zu weit weg.

Wolfram König ist Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz. Quelle: dpa

Wolfram König ist Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz.

Freiburg

In Deutschland wird nach den Atomunglücken in Japan keine Gefahr durch erhöhte Strahlung bestehen. Nach Worten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ist hierzulande nicht mit bedenklichen Strahlenwerten zu rechnen. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Mittwoch in Freiburg. „Selbst im schlimmsten Szenario werden wir in Deutschland nach derzeitigem Stand keine Werte erreichen, die auch nur annähernd bedenklich sind.“ Er könne für Deutschland Entwarnung geben.

Grund sei die große Entfernung zu den Unglücksreaktoren, die Bauart der Meiler sowie der Unglücksverlauf. Dieser sei mit der Atomkatastrophe von Tschernobyl nicht vergleichbar, da Radioaktivität bislang nicht in große Höhen gelangt sei.

König rechnet in den kommenden 14 Tagen mit ersten Messergebnissen in Deutschland. Die Konzentration der Radioaktivität werde aber derart gering sein, dass sie nur durch äußerst empfindliche Messgeräte festgestellt werden könne. „Sie wird weit von dem entfernt sein, was als gesundheitsgefährdend bezeichnet werden kann.“ Gemessen wird auf einer Frühwarnstation für Radioaktivität auf dem Schwarzwald-Berg Schauinsland bei Freiburg. Sie ist den Angaben zufolge die einzige derartige Station in Mitteleuropa.

„Ich habe keine Angst vor einer erhöhten Strahlung in Deutschland“, sagte König. „Aber ich mache mir große Sorgen um die Menschen in Japan, die in der Nähe der Unglücksreaktoren leben oder die dort noch arbeiten.“ Für Japan sei die Gefahr extrem groß. Seine Behörde werde daher einen Messtrupp in die Unglücksregion schicken. Sie folge damit einer Bitte des Auswärtigen Amtes.

„Ich gehe davon aus, dass die in Japan freigesetzte Radioaktivität über den Pazifik ziehen und schon bald in den USA und in Mittelamerika festgestellt werden kann“, sagte König weiter. Mit der Zeit und der Strecke werde sich die radioaktive Wolke deutlich verdünnen. Werden in Deutschland erhöhte Werte registriert, so werden diese Messergebnisse im Internet veröffentlicht.

Schon jetzt seien das Interesse der Bevölkerung und die Verunsicherung groß. Die Internetseite des Bundesamtes registriere derzeit täglich mehr als 160.000 Anfragen und damit deutlich mehr als vor der Katastrophe in Japan. Hinzu kämen mehrere tausend Telefonanfragen täglich. „Unsere Antwort ist bei allen Anfragen eindeutig“, sagte König. „Für Panik gibt es keinen Grund.“

Von

dpa

Kommentare (6)

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Ralf

16.03.2011, 20:13 Uhr

Wenn ich das schon höre: Nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr. Und was ist mit dem Kenntnisstand von morgen. Oder übermorgen? Oder in zwei Wochen, wenn Euch plötzlich wieder einfällt: Ach ja, Japan ist ja eine Taifun Region. Und wenn so ein Taifun die nächsten 12 Monate darüberfegt, dann ... haben wir den Salat. Weltweit.

Realo

17.03.2011, 01:00 Uhr

Dem König sei Ehr: Guten Appetit bei Sushi! Er soll mal seinen bayrischen Kollegen fragen, wieviel Strahlung dort noch von Tschernobyl im Wild vorhanden ist. Wenn die Atomenergie es schafft, die Wolken und den Wind dort zu lassen wo der Dreck hochgeht, dann will ich es gern glauben, einfach unmöglich wie die Leute hier verblödet werden sollen.

Account gelöscht!

17.03.2011, 09:50 Uhr

Die Gefahr durch Strahlung oder radioaktivem Jod ist aufgrund der großen Entfernung wohl sehr gering. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch eine möglihe Giftwirkung durch freigesetztes Plutonium. In Reaktor 3 des KKW Fukushima sind wiederaufgearbeitete plutoniumhaltige Brennstäbe im Einsatz. Im Fall einer Kernschmelze kann dieses bei über 2000°C in die Atmosphäre gelangen. 1 kg Plutonium ist ausreichend um 10 Milliarden Menschen tödlich zu vergiften.

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