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28.11.2011

17:33 Uhr

Bundesbank-Betrug bis zu einer halben Million Euro

Schrottmünzen-Betrüger stehen vor Gericht

Erst für die Bundesbank verschrottet und später gegen Scheine umgetauscht: 29 Tonnen Münzen haben Betrüger recycelt und von Flugbegleitern im Handgepäck wieder nach Deutschland bringen lassen. Jetzt beginnt der Prozess.

Ein Mitarbeiter überprüft Spezialkisten voll mit Euro-Geldmünzen in der Staatlichen Münze in Berlin. ap

Ein Mitarbeiter überprüft Spezialkisten voll mit Euro-Geldmünzen in der Staatlichen Münze in Berlin.

Frankfurt/MainMit einem groß angelegten Münzbetrug beschäftigt sich seit Montag das Frankfurter Landgericht. Drei Männer im Alter von 28 bis 45 Jahren sollen die Bundesbank zwischen Ende 2009 und Anfang vergangenen Jahres mit bereits verschrotteten Euromünzen um mindestens eine halbe Million Euro gebracht haben.

Angeklagt sind 232 Fälle gewerbsmäßigen Betrugs und Inverkehrbringens von Falschgeld. Die drei Angeklagten - zwei Flugbegleiter und ein chinesischer Münzhändler - sagten am ersten Verhandlungstag aus, sie hätten zwar
bei der Bundesbank die zusammengesetzten Münzen eingetauscht, ihnen sei aber nicht klar gewesen, dass dies illegal sei. Der Münzhändler sagte, in China gebe es Fachbücher, in denen erklärt werde, wie die Münzen richtig zusammen gehörten. Einer der beiden Flugbegleiter sprach von armen Menschen, die auf Müllkippen nach den Schrottmünzen suchten und sie zusammensetzten.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gehören die Angeklagten zu einer Bande, die über Quellen in China verfügt. Diese Quellen sollen bereits entwidmete und getrennte Euro-Münzen wieder zusammensetzen und sie dann nach Deutschland bringen. Bei der Bundesbank in Frankfurt sollen die Angeklagten die Münzen eingetauscht haben.

Dafür benutzten sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sogenannte Safebags, in die echte Euro-Münzen und die zusammengesetzten Münzen eingefüllt worden seien. Diese Safebags würden von der Bundesbank nur stichprobenhaft kontrolliert. Die Bundesbank war im Tatzeitraum die einzige europäische Zentralbank, die kostenlos Münzen umtauschte.

Die zuständige Kammer des Frankfurter Landgerichts hatte kurz vor Prozessbeginn die Verfahren gegen vier der insgesamt sieben Angeklagten aus Termingründen abgetrennt, so dass erst einmal nur gegen die drei Männer verhandelt wird. Ein Urteil gegen sie wird Mitte Dezember erwartet. Ursprünglich waren die Ermittler von einem Schaden in Höhe von sechs Millionen Euro ausgegangen. Doch das konnte den Angeklagten laut Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen werden.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

28.11.2011, 17:40 Uhr

Die Angeklagten haben echt Humor, in dem sie Schrottmünzen einer Schrottwährung in Umlauf bringen!!

Bessere Satire kann es nicht geben in diesen Zeiten, wo die Erkenntis umgeht, dass der Euro, neben Merkel, die größte Fehlgeburt aller Zeiten war!! :D

Kea

28.11.2011, 17:56 Uhr

Würde das Metall sofort eingeschmolzen, gäbe es solche Probleme nicht.

Aber dann könnten wir solchen Leuten, deren Betrug so gut wie gar nichts ausmacht - im Verhältnis des Betruges, das unsere "Plunge Protection Teams" produzieren - nicht den Prozess machen und durch deren Diskreditierung nicht von den immer freizusprechenden (?!) Hauptverbrechern ablenken, die von den Bürgern der Industriestaaten einfach so akzeptiert werden.

Account gelöscht!

28.11.2011, 18:31 Uhr

Wie vertrauensselig ist eigentlich die Bundesbank? Bei soviel Fahrlässigkeit ist sicher ein Freispruch fällig.

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