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22.10.2013

19:52 Uhr

Bundesländer uneinig

Facebook-Verbot für Lehrer?

Eine Nachricht direkt ins Lehrerzimmer? In Rheinland-Pfalz ist das jetzt teilweise verboten. Lehrer dürfen über Facebook keinen dienstlichen Kontakt mehr mit ihren Schülern haben. Andere Bundesländer sind weniger streng.

Ein schulisches Verbot von Facebook-Freundschaften zwischen Pädagogen und Schüler, wollen nicht alle Bundesländer. dpa

Ein schulisches Verbot von Facebook-Freundschaften zwischen Pädagogen und Schüler, wollen nicht alle Bundesländer.

KarlsruhePrivat ja, dienstlich nein: Manche Bundesländer untersagen inzwischen die Lehrer-Schüler-Kommunikation auf Facebook für alle schulischen Belange, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag ergab. Andere Länder wiederum verzichten zwar auf Regelungen zum Umgang mit der Freundschaftsplattform. Sie appellieren aber an Eigenverantwortung, gesunden Menschenverstand und die Pflicht der Lehrer, Dienstliches aus Facebook herauszuhalten. „Wir gehen die Sache präventiv an“, erklärte etwa ein Sprecher der Hamburger Kultusbehörde. Ein schulisches Verbot von Facebook-Freundschaften zwischen Pädagogen und Schülern, wie es jetzt Rheinland-Pfalz beschlossen hat, wollen andere Bundesländer aber nicht.

In Bayern und Baden-Württemberg gilt weiter: Es gibt ein dienstliches Facebook-Verbot für Lehrer. Privat dürfen sie dort aber aktiv sein und sich auch mit Schülern befreunden. Ein bayerischer Ministeriumssprecher betont jedoch: „Wir raten zu einem defensiven Umgang.“ Der Stuttgarter Kultusminister Andreas Stoch (SPD) rät sogar: „Freundschaftsanfragen via Facebook oder andere Soziale Medien würde ich als Lehrer konsequent ablehnen.“ Sachsen arbeitet derzeit an einer ähnlichen Regelung wie Bayern.

Für Pädagogen in Nordrhein-Westfalen gilt in sozialen Netzwerken schlicht die allgemeine Dienstordnung. Das heißt, sie müssen sich „amtsangemessen verhalten“. Kommunikation in sozialen Netzwerken ist also erlaubt, professionelle Distanz wird vorausgesetzt. Das Bildungsministerium in Kiel erwartet ebenso wie Thüringen von seinen Lehrern, dienstliche Kommunikation über Facebook zu unterlassen.

Fakten zur Smartphone-Sucht

1

1 mal pro Stunde checken Erwachsene ihr Handy. Erst checken, dann strecken: Jeder dritte Handy-Besitzer blickt nach dem Aufwachen als Erstes aufs Display, jeder zweite sagt als letzte Amtshandlung vor dem Einschlafen seinem Handy „Gute Nacht.“

(Quelle: Anitra Eggler, „Facebook macht blöd, blind und erfolglos.“)

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3417 Textnachrichten erhält ein amerikanischer Teenager zwischen 13 und 17 Jahren im Monat. Das sind bei einem 16-Stunden-Tag sieben bis acht Nachrichten pro Stunde.

68 Prozent

68 Prozent aller Handy-Besitzer leiden unter eingebildetem Vibrationsalarm. Sie erleben dieses Phänomen einmal pro Woche.

4,8 Milliarden

4,8 Milliarden Menschen besitzen ein Handy, hingegen nur 4,2 Milliarden eine Zahnbürste. Tendenz steigend: Täglich werden mehr Smartphones verkauft als Babys geboren.

20 Prozent

20 Prozent greifen nach dem Sex sofort zum Handy, hingegen nur noch 10 Prozent zur Zigarette danach.

60 Prozent

60 Prozent der britischen Jugendlichen können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen und bezeichnen sich selbst als „hochgradig abhängig“. Bei den Erwachsenen sind es nur 37 Prozent – lügen die?

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1 von 10 Handynutzern weiß nicht, wo der Ausknopf ist.

1 von 10 greift beim Gottesdienst zum Handy.

1 von 10 nutzt sein Handy während des Sex.

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2 von 10 schalten ihr Handy nie aus.

2 von 10 tippen beim Autofahren - das wirkt wie bei 0,8 Promille.

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3 von 10 Teens machen per SMS Schluss.

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4 von 10 gehen nicht ohne Handy aufs Klo.

5 von 10

5 von 10 nutzen ihr Handy im Bett.

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6 von 10 schlafen mit dem Handy - auf dem Nachttisch.

7 von 10

7 von 10 verzichten lieber auf Alkohol als auf ihr Smartphone.

Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen betonen die Eigenverantwortung der Lehrkräfte und sehen von einer Regelung ganz ab. „Grundsätzlich setzt Niedersachsen auf einen eigenverantwortlichen und verantwortungsbewussten Umgang durch Lehrkräfte und Schulleitungen mit den sogenannten sozialen Netzwerken“, sagte ein Ministeriumssprecher in Hannover. Der Einsatz sozialer Netzwerke im schulischen Umfeld liege im eigenen, pädagogisch verantwortungsbewusstem Ermessen der Schule beziehungsweise der Lehrkraft, hieß es aus Schwerin.

Auch Hessen will kein Facebook-Verbot für Lehrer. Schüler und Lehrer dürften über das Netzwerk befreundet sein, sagt das dortige Kultusministerium. „Aber viele Lehrerinnen und Lehrer halten in dieser Frage ohnehin Distanz.“ Auch Berlin vertraut seinen Pädagogen. Die Lehrer sollten soziale Netzwerke - wenn überhaupt - allein für Informationen nutzen, hieß es.

Dem Kultusministerium in Sachsen-Anhalt sind bislang keine Fälle bekannt sind, in denen private „Freundschaften“ zwischen Lehrern und Schülern zu Problemen führten. Soziale Netzwerke würden nicht zum Unterricht eingesetzt und auch nicht für Absprachen genutzt. Im Frühjahr 2014 will das Ministerium Lehrkräfte, Schüler sowie Eltern Informationen an die Hand geben, um weiter zu sensibilisieren.

Rheinland-Pfalz will bei Facebook nichts dem Zufall überlassen. Dienstliche Online-Freundschaften sind ebenso untersagt wie das Nutzen des Netzwerks als Lernplattform. Die Trennung sei auch nötig, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit dem Geschäftsmodell von Facebook - einer Auswertung persönlicher Daten für kommerzielle Zwecke - nicht zu vereinbaren sei, hieß es zur Begründung.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Siegfried

22.10.2013, 20:16 Uhr

Statt die Kommunikationsmöglichkeiten seiner Bürger zu beschränken, sollte der Staat Unternehmen bezüglich des Umgangs (Auswertung, Verkauf, etc.) mit Pesonaldaten regulieren.

Verkehrte Welt, ein Armutszeugnis der Politik!

DanielThamm

23.10.2013, 07:27 Uhr

In 10 Jahren wird man über solche Themen und Fragestellungen laut lachen. Womit sich hier der Staat und die Gesellschaft beschäftigt. Ich lach mal heute schon aufgrund der Realitätsferne einiger Landesregierungen die ihren unterstellten Lehrkräften nicht mal den Verantwortungsvollen Umgang mit einem Computers zutrauen und das per Dienstanweisung Regeln müssen.

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