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30.12.2013

16:49 Uhr

Bundesweite Aktion

4000 Sternsinger sammeln Spenden

Caspar, Melchior und Balthasar waren am Freitag zu Dutzenden im Kölner Dom vertreten: Dort eröffnete Kardinal Meisner die Sternsingeraktion 2014. Doch die Finanzaffäre in Limburg könnte die Spendenaktion belasten.

Sternsinger im Kölner Dom: Rund 4000 Kinder werden in den kommenden Tagen und Wochen Spenden für Malawi sammeln. dpa

Sternsinger im Kölner Dom: Rund 4000 Kinder werden in den kommenden Tagen und Wochen Spenden für Malawi sammeln.

KölnMit einem Gottesdienst hat Kardinal Joachim Meisner am Montag die bundesweite Sternsingeraktion 2014 eröffnet. Rund 4000 als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder kamen in den Kölner Dom. „Ihr werdet zum Segen werden für andere Kinder“, sagte Meisner in seiner Predigt. In den kommenden Tagen ziehen in allen deutschen Bistümern Sternsinger von Haus zu Haus, um Spenden für notleidende Kinder in aller Welt zu sammeln. Bei ihrer letzten Aktion hatten die Sternsinger 43,7 Millionen Euro zusammenbekommen, das zweithöchste Ergebnis ihrer Geschichte.

Das Motto der diesjährigen Aktion lautet „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit“. „Ich weiß, wie es ist, ein Flüchtlingskind zu sein“, sagte der 80-jährige Meisner, dessen Familie 1945 von Breslau nach Thüringen flüchtete.

Das Sternsingen oder Dreikönigssingen ist ein alter katholischer Brauch. Bei ihrer Sammlung schreiben die Sternsinger den Segensspruch „C+M+B“ („Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus“) über die Haustür. Das Erzbistum Köln war zum dritten Mal Gastgeber für den Aktionsauftakt der Sternsinger, der jedes Jahr von einem anderen Bistum ausgerichtet wird.

Für die Sternsinger-Kinder geht es dabei nicht nur um die gute Aktion. Am meisten – das gibt Sven gerne zu – freut er sich auf die Süßigkeiten. „Da kommt immer eine ganze Menge zusammen“, sagt der Zwölfjährige und rückt seine Krone gerade. „Aber natürlich ist es auch toll, dass man anderen Kindern helfen kann.“ Sven ist einer von Hunderttausenden Sternsingern, die in den kommenden Tagen in allen katholischen Bistümern von Tür zu Tür ziehen, um Spenden für notleidende Kinder zu sammeln. Zusammen mit seinen drei Königs-Kollegen Annalisa (13), Niklas (11) und Klara (9) wird er rund 100 Haushalte in Köln-Sülz abklappern.

Die Kinder haben sich vorher ein paar Mal getroffen, um aus goldener Pappe Kronen zu basteln, die prächtigen Königsgewänder anzuprobieren und zu überprüfen, ob der Stern und die Sammelkiste noch intakt sind. Außerdem haben sie etwas über Malawi gelernt. Das afrikanische Land steht beispielhaft im Mittelpunkt der Sternsingeraktion. Das gesammelte Geld kommt sozialen Projekten und „Flüchtlingskindern in Malawi und weltweit“ zugute.

Die Spendensumme ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Beim letzten Mal nahmen die Sternsinger 43,7 Millionen Euro ein - nur im Jahr 2005 nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien war es mehr. „Die Sternsinger kommen zu den Menschen nach Hause - das ist wahrscheinlich das Erfolgsrezept“, meint Prälat Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Könnte der Finanzskandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst die Spendenbereitschaft mindern? Krämer wiegt den Kopf: „Wir sind sehr gespannt. Ich hoffe, dass die Menschen da unterscheiden, wofür das Geld ist.“ Die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche habe seinerzeit auch nicht zu einem Rückgang bei der Sternsinger-Sammlung geführt.

Sven, Annalisa, Niklas und Klara jedenfalls wollen ihr Bestes tun, um wieder ein gutes Ergebnis einzufahren. Bei jedem Wetter werden sie - verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar - von Haus zu Haus gehen, ein Lied singen und den Segen „C+M+B 2014“ (Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus) an die Tür schreiben. Und sie hoffen, dass ihnen möglichst selten das passiert, was Annalisa einmal als Sternsinger erlebt hat: „Da hat eine Frau nur 1,50 Euro gespendet und uns verfaulte Bananen als Süßigkeit gegeben. Das war nicht so schön.“

Von

dpa

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