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14.10.2013

12:21 Uhr

Caritas-Beschwerde

Weniger Spenden wegen Bischofsskandal

Die Kritik am Limburger Bischof reißt nicht ab. Nachdem die Caritas weniger Spenden wegen des Skandals um die Baukosten seiner Residenz bemängelte, stellt sich nun auch Kanzlerin Merkel gegen Tebartz-van Elst.

Erzbischof Zollitsch kritisiert Limburger Bischof

Tebartz-van Elst wird Thema beim Papst

Erzbischof Zollitsch kritisiert Limburger Bischof: Tebartz-van Elst wird Thema beim Papst

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Limburg/Freiburg/Rom/BerlinDie Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wirkt sich möglicherweise auch auf die kirchlichen Hilfsorganisationen aus. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, sagte am Montag im Deutschlandfunk, das Spendenaufkommen für seine Organisation gehe wegen des Skandals zurück. Das gesamte Ausmaß sei aber noch nicht absehbar.

Neher kritisierte den Bischof scharf für sein Verhalten rund um die Kosten für den Bischofssitz in Limburg. Es gebe einen Vertrauensverlust, der kaum noch zu heilen sei, sagte Neher. Tebartz-van Elst müsse sich fragen, ob er der Glaubwürdigkeit der Kirche noch diene.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wertet die Affäre um den Limburger Bischof als sehr belastend für Katholiken. Im Bistum Limburg sei für jeden erkennbar eine sehr schwierige Situation entstanden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Für die katholischen Christen dort und ihre Kirche sei das eine große Belastung.

Zu den laufenden Beratungen im Vatikan sagte Seibert: „Da hat die Bundesregierung selbstverständlich keinerlei Hinweise oder Ratschläge zu geben. Aber ich darf schon die Hoffnung ausdrücken, dass es eine Lösung für die Gläubigen sein wird, für das Vertrauen der Menschen in ihre Kirche.“

Die scheidende Grünen-Parteichefin Claudia Roth hat dem Limburger Bischof sogar Prunksucht vorgeworfen. „Prunksucht in diesem Ausmaße“ stehe in krassem Widerspruch zum Namen des neuen Papstes, sagte Roth am Montag in Berlin. Der Name Franziskus sei nach ihren Worten Programm: „Franz von Assisi hat ganz andere Werte vertreten als Reichtum, Prunksucht und Eigeninteresse. Ich glaube, das passt überhaupt nicht zusammen.“

Tebartz-van Elst steht wegen der hohen Kosten für den Neubau seiner Bischofsresidenz in der Kritik. Zudem läuft gegen ihn ein Verfahren wegen des Verdachts der Falschaussage. Tebartz-van Elst ist nun nach Rom gereist, um mit Papst Franziskus über die Vorwürfe zu reden. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, ist dort zu mehrtägigen Gesprächen zu Gast.

Unterdessen werden in Deutschland weitere Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst laut. Wie die „Frankfurter Neue Presse“ berichtete, sind die Baukosten für die Um- und Neugestaltung des Bischofssitzes von Limburg dem Bistum seit mehr als zwei Jahren bekannt gewesen. „Von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein“, sagte der Architekt Michael Frielinghaus der Zeitung (Montagausgabe). Alles, was im Diözesanen Zentrum geplant und umgesetzt worden sei, sei „haarklein mit dem Bauherrn abgestimmt“ gewesen.

Kommentare (41)

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Account gelöscht!

13.10.2013, 14:41 Uhr

War doch noch ein First Class Ticket verfügbar? Oder hat der Herrgott diesen Ausgewählten persönlich abgeholt?

Account gelöscht!

13.10.2013, 14:48 Uhr

Er flog mit Ryan-Air. Wohl kaum 1. Klasse. Diesmal nicht.

Sarina

13.10.2013, 15:20 Uhr

Wäre ich Limburger Bischof, wäre ich auch dem erzreaktionären Zollitsch, diesem Ketzer, der dem Islam in Deutschland Tür und Tor öffnet, auch zuvor gekommen. Ausgerechnet dieser Zollitsch will sich in Rom über den Bischof hermachen, der selber einen 7er-BMW fährt, während sein Chef in Rom sich mit einem Ford-Fokus bescheidet!
Widerlich, diese Heuchelei von diesem Zollitsch!

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