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15.12.2011

18:12 Uhr

Carlos

Konfuser Auftritt eines Terror-Söldners

Selbstverliebt, konfus und widersprüchlich: Nach sechswöchigem Prozess hatte der Ex-Terrorist Carlos vor einem Pariser Gericht seinen letzten großen Auftritt vor der Urteilsverkündung. Zur Sache sagte er nichts.

Die Zeichnung zeigt Carlos bei seinem Auftritt vor Gericht. Die letzte Rede des Terror-Söldner wirkte eher konfus. AFP

Die Zeichnung zeigt Carlos bei seinem Auftritt vor Gericht. Die letzte Rede des Terror-Söldner wirkte eher konfus.

ParisGrauer Rollkragenpulli, Winterjacke, Jeans und Notizblock: Der einst meistgesuchte Terrorist der Welt hatte am Donnerstag im Pariser Justizpalast seinen großen Auftritt. „Carlos“ zelebrierte seine Schlussrede Stunden vor der Urteilsverkündung im spektakulären Terrorismusprozess um eine knapp drei Jahrzehnte zurückliegende Attentatsserie in Frankreich.

Theatralisch gestikulierend, aber mit nur schwer verständlichem Akzent präsentierte sich der Venezolaner auf Französisch noch einmal als der Mann, der sich selbst zum Prozessauftakt vor sechs Wochen als Berufsrevolutionär bezeichnet hatte. „Ich bin nicht für das verantwortlich, was man mir vorwirft“, betonte er diesmal jedoch.

Als megalomanischen, eiskalten Killer hatte ihn ein einstiger Weggefährte in dem Verfahren bezeichnet, als selbstverliebten und größenwahnsinnigen Söldner des Terrors. Carlos - mit bürgerlichem Namen Ilich Ramirez Sanchez - bemühte sich am Donnerstagabend jedoch, noch einmal den erfolgreichen Widerstandskämpfer zu geben.

Vom palästinensischen Kampf sei er überzeugt gewesen, ihm habe er sich verschrieben: „Wir hatten tonnenweise Waffenmaterial, wir hatten überall Waffen, auch im Quartier Latin.“ Eine direkte Antwort auf die Frage, ob er die ihm zur Last gelegten Anschläge zu verantworten habe, vermied er jedoch. Das sei auch nicht das Material gewesen, das bei den Anschlägen 1982/1983 eingesetzt worden sei.

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