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16.10.2012

18:18 Uhr

Chemieunfall bei Kraft

Katastrophenalarm aufgelöst

Aus einem Werk des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods bei einem Unfall ist eine ätzende Giftwolke entwichen. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Erst am Nachmittag entspannte sich die Lage.

Feuerwehrleute legen vor dem Kraft Foods-Werk Spezialanzüge an. dpa

Feuerwehrleute legen vor dem Kraft Foods-Werk Spezialanzüge an.

Bad FallingbostelAufatmen im niedersächsischen Bad Fallingbostel: Nach dem Chemieunfall im Werk des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods hat die Feuerwehr die Lage im Griff. Der ausgelöste Katastrophenalarm wurde aufgehoben, rund 1.200 Menschen konnten nach mehreren Stunden in Notunterkünften am Dienstagnachmittag wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Der Feuerwehr sei es gelungen, die versehentlich in einem Reinigungsbehälter mit Salpetersäure vermischte Natronlauge abzupumpen, sagte Kreisbrandmeister Uwe Quante.

In dem Reinigungstank, in dem am Montag versehentlich 14.000 Liter Säure und 10.000 Liter Lauge zusammengemischt wurden, war am Morgen ein starker Temperaturanstieg festgestellt worden. Dies deutete auf eine Reaktion der beiden Stoffe hin.

Messungen ergaben zwischenzeitlich eine Temperatur von etwa 107 Grad Celsius. Die Einsatzkräfte befürchteten, dass der doppelwandige Kunststoffbehälter dadurch schmelzen und das Säure-Lauge-Gemisch austreten könnte. Dadurch wäre es vermutlich zu einer erneuten Giftwolke gekommen - bereits am Montagnachmittag waren Gase beim ersten Abpumpversuch ausgetreten. Die dabei verwendeten Behälter, seien nicht geeignet gewesen, sagte Quante.

Chemieunfall bei Kraft: Katastrophenalarm aufgelöst

Chemieunfall bei Kraft

Katastrophenalarm aufgelöst

Aus einem Werk des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods bei einem Unfall ist eine ätzende Giftwolke entwichen. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Erst am Nachmittag entspannte sich die Lage.

Da sich zwischen den beiden Flüssigkeiten eine Salzschicht gebildet habe, sei die Lauge anschließend von unten abgelassen und in ein firmeninternes Kanalsystem geleitet worden, erläuterte der Kreisbrandmeister. Anschließend sei die Säure abgelassen worden.

Wegen des ausgelösten Katastrophenalarms waren am Montag rund 1.200 Menschen in einem Umkreis von 500 Metern um das Werk in Sicherheit gebracht worden. Etwa 800 davon waren direkte Anwohner, von den etwa 550 in Turnhallen übernachten mussten. "Außerdem haben bereits vor der Evakuierung einige Bewohner die Stadt verlassen", sagte Kreisbrandmeister Quante. 400 in Bad Fallingbostel stationierte britische Soldaten seien von ihrer Militärpolizei in Sicherheit gebracht worden.

Kommentare (15)

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16.10.2012, 04:23 Uhr


... und ich dachte bisher Kraft-Foods stellt seine Lebensmittel aus echtem Obst, Gemüse und Fleisch her.

Dafür des es chemisch zusammengemischt und produziert wird und möglicherweise nur künstliche Aromastoffe enthält, hat Kraft das aber ganz gut hinbekommen.

Ich bin wieder einmal erstaunt was Technik und Chemie so alles hervorbringen.

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16.10.2012, 07:23 Uhr

"ätzende Giftwolke" und "Lebensmittelhersteller" in einem Satz gibt mir zu denken...

Account gelöscht!

16.10.2012, 08:22 Uhr

"Ich bin wieder einmal erstaunt was Technik und Chemie so alles hervorbringen. "

Nicht nur das, mich erstaunt mehr das man normal denkenden Menschen solche Gehirnwäschen verpassen kann, das man so ein Zeug unbedingt vertilgen muß.
Aber dem Ökobauern bleiben leider nicht soviele Werbe-Etats, wie es diese Chemieindustrie generieren kann.
Folglich muß es wohl noch mehr solcher Unfälle geben, um den Menschen klar zu machen, Chemie und Lebensmittel (Mittel zum Leben) könnte ein Widerspruch sein.

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