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19.05.2011

10:41 Uhr

China

Drei-Schluchten-Damm macht neue Probleme

Der gigantische Drei Schluchten-Damm in China hat das Gleichgewicht am Jangtse-Strom durcheinandergebracht. Den Provinzen flussabwärts fehlt in der gegenwärtigen Dürre das Wasser, am Reservoir drohen Erdrutsche.

Der Drei-Schluchten-Damm in China macht wieder Probleme. dpa

Der Drei-Schluchten-Damm in China macht wieder Probleme.

PekingFünf Jahre nach der Fertigstellung des umstrittenen Drei-Schluchten-Dammes in China bereitet das weltweit größte Wasserkraftwerk neue Kopfschmerzen. Regierungschef Wen Jiabao berief in Peking eigens eine Kabinettssitzung ein, um die Probleme zu lösen. Es geht um notwendige neue Umsiedlungen, geologische Gefahren und den Schutz der Ökologie. Der große Damm, der den Jangtse-Strom in Zentralchina staut, „beeinflusst weiter flussabwärts die Schifffahrt, die Bewässerung und Wasserversorgung“, wird offen eingeräumt.

Am 20. Mai 2006 wurde der letzte Beton in die 185 Meter hohe Staumauer gegossen. Da es auch in der Regierung kritische Stimmen zu dem Damm gibt, war damals kein Mitglied der kommunistischen Führung zur Feier gereist. Besonders viel Unmut hatte über die Jahre schon die nötige Umsiedlung ausgelöst. 1,2 Millionen Menschen mussten für das 600 Kilometer lange Reservoir ihre Felder und Heimat verlassen. 13 große und 140 kleinere Städte sowie 1350 Dörfer wurden überflutet.

Einige chinesische Experten geben dem Stausee eine Mitschuld für die verheerende Trockenheit am unteren Flusslauf. Befürworter des Dammes wiederum entgegnen, die Auswirkungen hätten gemildert werden können, indem zusätzlich Wasser aus dem riesigen Reservoir abgelassen wurde. Die überraschende Kabinettssitzung am Mittwoch verdeutlicht aber die Sorgen, dass das Mammutprojekt das ökologische Gleichgewicht in der Region möglicherweise dramatisch durcheinandergebracht hat.

Kritiker sehen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. „Das Projekt hat große negative Auswirkungen mit sich gebracht, sei es ökologisch, geologisch oder auch sozial, was die Umsiedlung der Menschen betrifft“, sagte der Chefingenieur des Geologischen Amtes der Provinz Sichuan, Fan Xiao, der Nachrichtenagentur dpa. „Auch wenn es einige Vorteile durch die Stromerzeugung gibt, richtet das Projekt nach unserer Einschätzung langfristig mehr Schaden an.“

Kommentare (1)

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omegalicht

19.05.2011, 11:05 Uhr

Auch China und Indien werden mit der Zeit begreifen, der Mensch richtet imensen Schaden mit diesen Riesenprojekten in der Ökologie des betroffenden Gebietes an.
Wie auch in anderen Ländern ( auch im Westen ) werden die " einfachen " Bürger die Zeche bezahlen.

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