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03.02.2011

08:00 Uhr

Chinesisches Neujahr

Wie Feng Shui die Wirtschaft in Fernost beeinflusst

In China beginnt heute das neue Jahr, das Jahr des Hasen. Das soll Auswirkungen auf die Börse haben, behauptet das Broker- und Investmenthaus CLSA in Hongkong. Warum die Feng-Shui-Lehre hüpfende Aktienkurse voraussagt, was Apple-Chef Steve Jobs und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erwartet und wie die Feng-Shui-Lehre die Ökonomie in Fernost beeinflusst.

Die Zentrale der Bank HSBC in Hongkong. Auch im Jahr des Hasen bewachen Löwen laut Feng Shui-Lehre den Reichtum im Inneren eines Gebäudes. DAPD

Die Zentrale der Bank HSBC in Hongkong. Auch im Jahr des Hasen bewachen Löwen laut Feng Shui-Lehre den Reichtum im Inneren eines Gebäudes.

HB HONGKONG. Pünktlich zum Beginn des chinesischen neuen Jahres am 3. Februar werden die Börsenkurse anfangen, in kleinen Sprüngen in die Höhe zu hopsen - jedenfalls, wenn es nach der traditionellen Prognose des Broker- und Investmenthauses CLSA in Hongkong geht. Dem Feng-Shui-Index von CLSA zufolge verhalten sich die Kurse wie der Hase, in dessen Zeichen das neue Jahr steht. Der Hase sei ein vorsichtiges Tier, sagt der CLSA-Analyst Philip Chow: „Jedes Mal, wenn er ein bisschen hüpft, schaut er zurück und prüft seine Umgebung - ist alles sicher? -, bevor er weitermacht.“

Und so sehr man das astrologische Börsenhoroskop belächeln kann - es wird in Hongkong ernst genommen, denn viele Investoren sind davon überzeugt, dass die Beachtung der Prinzipien von Feng Shui ihren Wohlstand mehrt. CLSA zufolge wird es also ab Februar ein Plus an den Märkten geben, dazu aber immer wieder eine Art Verschnaufpause. „Es wird ein Zickzack-Markt“, sagt Chow voraus.

In der traditionellen chinesischen Feng-Shui-Lehre werden unter anderem die gezielte Auswahl von Terminen und architektonische Gestaltung dazu genutzt, das Glück zu vergrößern. Mit dem Hasen, in dessen Zeichen das neue Jahr steht, werden die Elemente Metall und Wasser in Verbindung gebracht. Das bedeutet, dass in diesem Jahr Unternehmen wirtschaftliche Erfolge einfahren können, die mit Metallen, Luftverkehr, Finanzen, Schifffahrt und Glücksspiel zu tun haben. Weniger gut wird es der Prognose zufolge dagegen Firmen gehen, die mit dem Element Erde in Verbindung stehen, beispielsweise der Bau- und Immobilienbranche.

Mit keinem guten Jahr muss nach Angaben von Feng-Shui-Berater Raymond Lo Apple-Chef Steve Jobs rechnen. Jobs' Element sei das Feuer, und das habe im vergangenen Jahr - dem Jahr des Tigers - zwar dessen Genesung nach einer Lebertransplantation unterstützt, erklärt Lo. Jetzt klinge das Tiger-Jahr aber aus, „und seine schlechte Gesundheit kommt zurück“, ist der Berater überzeugt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg könnte sich dagegen im neuen Jahr des Hasen auf noch mehr Glück in finanziellen Angelegenheiten freuen.

Wörtlich bedeutet Feng Shui Wasser und Wind, und die Umsetzung seiner Prinzipien sind im gesamten Geschäftsviertel Hongkongs zu erkennen. Am Eingang zur Hauptverwaltung der Bank HSBC sitzen zwei Löwenstatuen, traditionell ein Symbol für die Bewachung des Reichtums im Innern eines Gebäudes. Das großzügig gestaltete Erdgeschoss ermöglicht ein freies Fließen von Ki, der Energie.

Die Bank of China sorgte bei der Eröffnung ihrer Zentrale in der Nachbarschaft für eine Kontroverse wegen der scharfen Kanten in den Obergeschossen. Unter Feng-Shui-Anhängern werden Ecken und Kanten mit Messerklingen in Verbindung gebracht, die den Nachbarn, auf die sie gerichtet sind, Unglück bringen. In unmittelbarer Nähe der Bank of China liegt unter anderem das Konsulat der USA. Außerdem hieß es, die spitzen Winkel im Innern des Gebäudes hielten das Glück dort fest.

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