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19.06.2012

20:56 Uhr

Chip im Aal

Mit Hightech gegen skrupellose Fischdiebe

Fischdiebe machen die märkischen Seen unsicher - sie klauen nicht nur Fische, sondern nehmen oft auch die Netze mit. Die verzweifelten Fischer setzen nun moderne Geräte ein, um den Wilderern das Handwerk zu legen.

Kämpft gegen Fischdiebe: Andre Schneider von der Oderfischerei Schneider im brandenburgischen Küstrin-Kietz. dpa

Kämpft gegen Fischdiebe: Andre Schneider von der Oderfischerei Schneider im brandenburgischen Küstrin-Kietz.

Küstrin, Brandenburg, HavelAn manchen Tagen könnte Detlef Schneider verzweifeln. Wenn der Fischer in Küstrin (Märkisch-Oderland) auf die Oder hinausfährt, sind die Reusen in den Buhnen immer öfter fast leer. Manchmal sind auch die Netze weg. Schneider vermutet, dass im Grenzfluss zu Polen Fischdiebe unterwegs sind.

Weil die Diebstähle zunahmen, stellte der Oderfischer im vergangenen Jahr den Fang von Aal ein. „Es lohnte sich nicht mehr“, erzählt Schneider. Andere märkische Fischer haben ähnliche Sorgen. Sie fühlen sich von der Polizei verlassen und haben eigene Abwehrmaßnahmen entwickelt.

„Fischdiebstahl ist hier ein Problem, die Klagen darüber nehmen zu“, sagt Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin. „Auf langen Wasserstrecken ist oft nur noch ein Schutzboot eingesetzt, deshalb fühlen sich viele Fischer alleingelassen.“ Das Fischen hat in der Region eine lange Tradition. Es gibt zahlreiche Flüsse und Seen, in denen sich vor allem Aale, Barsche, Hechte, Karpfen, Plötzen, Schleie und Krebse tummeln.

Im Teichgut Peitz (Spree-Neiße) wird beim Abfischen im Herbst das Wasser der flachen Teiche abgelassen. „Dann kommen nachts Diebe und holen die Karpfen mit Keschern aus der Fischgrube oder aus den Hälterbecken“, schildert Geschäftsführer Gerd Michaelis. Daraus resultiere ein Schaden von einigen tausend Euro.

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