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30.01.2012

00:17 Uhr

„Costa Concordia“

Nun beginnt der Kampf gegen die Umweltkatastrophe

Die Suche nach weiteren Opfern des Unglücks der „Costa Concordia“ wurde am Sonntag unterbrochen. Das oberste Ziel sei nun der Kampf gegen eine Umweltkatastrophe. Doch auch dieser musste erstmal verschoben werden.

Starke Wellen vor Giglio machen die Bergungsarbeiten unmöglich. Reuters

Starke Wellen vor Giglio machen die Bergungsarbeiten unmöglich.

GiglioSchlechtes Wetter vor der italienischen Küste hat am Wochenende verhindert, dass die Bergungsmannschaften am Wrack des gekenterten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ mit dem Abpumpen des Treibstoffs beginnen konnten.

Statt wie geplant am Samstag könne nun wohl erst Mitte der Woche begonnen werden, sagte ein Sprecher des niederländischen Bergungsunternehmens Smit. Doch auch danach wird die „Costa Concordia“ bis zu zehn Monate vor der Küste von Giglio vor sich hin rosten.

Die Suche nach weiteren Opfern des Unglücks wurde am Wochenende zunächst fortgesetzt. Taucher entdeckten am Samstag die Leiche einer jungen Frau im Wrack. Unter den bislang geborgenen 17 Todesopfern befinden sich fünf Deutsche, 15 Personen gelten noch als vermisst.

Nachdem festgestellt wurde, dass sich das Wrack innerhalb von sechs Stunden mehrere Zentimeter bewegte, wurden die Bergungsarbeiten am Sonntag eingestellt.

„Costa Concordia”: Weitere Leiche entdeckt

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Der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, sagte am Sonntag, dass das erste Ziel gewesen sei lebende Menschen zu bergen. Nun folge das zweite Ziel, „und das ist, dass sich das hier nicht zu einer Umweltkatastrophe entwickelt.“

Nach Ansicht von Experten kann in 28 Tagen der Treibstoff aus 15 Tanks abgepumpt werden. Das entspricht etwa 80 Prozent der rund 2.400 Tonnen Schweröl und Diesel an Bord der „Costa Concordia“.

Das nächste Ziel danach sei der Maschinenraum, in dem fast 350 Kubikmeter Diesel, Benzin und andere Öle gelagert seien, sagte Gabrielli. Bis Dienstag sei jedoch schlechtes Wetter vorhergesagt, teilte ein Sprecher der Bergungsfirma am Samstag mit. Man wolle nicht riskieren, dass durch den Seegang Schläuche abgerissen werden und so Öl ins Meer fließt, sagte er.

Die Arbeitsplattform, die Smit am Rumpf der „Costa Concordia“ festgemacht hatte, löste sich durch den Wellengang bereits teilweise von dem Wrack. Smit ließ sie in den Hafen schleppen, wo sie bleiben soll, bis das Wetter besser wird.

Erst nach dem Abpumpen des Treibstoffs kann die Arbeit zur Bergung des Wracks beginnen. Entweder wird das Schiff wieder notdürftig flott gemacht und weggeschleppt oder in Teile zerschnitten. Die Reederei hat damit begonnen, Angebote für die Bergung einzuholen. Das wird voraussichtlich zwei Monate dauern.

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

30.01.2012, 08:37 Uhr

Zu fragen ist zunächst ob überhaupt geplant ist, das Wrack zu bergen bzw. welche Sicherungsmaßnahmen erfolgt sind. Und dann ist es wohl so, daß das Schweröl nicht auslaufen kann, da es nicht "flüssig" ist. Alles in allem sehr merkwürdig, das ganze.

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