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18.01.2012

20:01 Uhr

„Costa Concordia“-Unglück

Ungarischer Violinist als erstes Opfer identifiziert

Laut italienischer Behörden meldete sich eine der vermissten Deutschen des Kreuzfahrtunglücks nun aus ihrer Heimat. Indes wurde eines der Todesopfer als ungarischer Violinist identifiziert, der zur Besatzung gehörte.

Tauch-Aufnahmen

Wege in das Concordia-Wrack

Tauch-Aufnahmen: Wege in das Concordia-Wrack

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Rom/BerlinEine beim Kreuzfahrtunglück vor der toskanischen Küste als vermisst gemeldete Deutsche ist nach Angaben italienischer Behörden in Deutschland aufgetaucht. Gertrud G. habe sich bei den deutschen Behörden gemeldet, teilte der Präfekt von Grosseto, Giuseppe Linardi, am Mittwochabend mit.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte dazu, dem Krisenstab lägen «Vermisstenmeldungen von zwölf deutschen Staatsangehörigen» vor. Der Frage, ob es weitere Deutsche gebe, deren Verbleib noch nicht geklärt sei, werde weiter nachgegangen. Meldungen, wonach sich unter den bisher gefundenen Toten ein Deutscher befinde, könnten «derzeit nicht bestätigt» werden. Taucher hatten in mehr als 20 Meter Tiefe fünf Tote mit Schwimmwesten entdeckt.

Als erstes Todesopfer des Schiffsunglückes wurde in der Zwischenzeit ein ungarischer Violinist identifiziert, der zur Besatzung der „Costa Concordia“ gehörte. Das ungarische Außenministerium bestätigte am Mittwoch die Identifizierung der Leiche des Geigers Sandor F. Ein Pianist, der mit Sandor F. zusammen an Bord musiziert hatte, erklärte gegenüber der Zeitung „Blikk“, der Geiger habe kurz vor der Evakuierung noch Kindern geholfen, Schwimmwesten anzulegen. Plötzlich habe er sich entschlossen, noch einmal in seine Kabine zu gehen, um seine Geige zu holen. Dabei habe er eine Schwimmweste getragen.

Das verunglückte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“. dapd

Das verunglückte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“.

Das Kreuzfahrtschiff hatte am Freitagabend vor der Insel Giglio Felsen gerammt und war havariert. Dabei kamen mindestens elf Menschen ums Leben. 26 Menschen gelten als vermisst, wobei zu ihnen auch Todesopfer gehören können, die zunächst noch nicht identifiziert werden konnten. Die Ermittler und die Reederei machen den Kapitän für das Unglück verantwortlich, weil er zu nah an die Insel herangefahren sei.

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