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05.01.2006

08:47 Uhr

Dacheinsturz in Bad Reichenhall

Alle Vermissten sind tot

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Auch der letzte Vermisste aus der eingestürzten Eissporthalle in Bad Reichenhall ist tot. Die Rettungskräfte suchen trotzdem weiter. Doch langsam aber sicher übernehmen die Kriminalisten das Feld.

Die Menschen in Bad Reichenhall trauern. Foto: dpa

Die Menschen in Bad Reichenhall trauern. Foto: dpa

HB BAD REICHENHALL. Aus den Trümmern ist in der Nacht zum Donnerstag die noch vermisste 40-jährige Frau tot geborgen worden. Das teilte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mit. Dennoch werden die Such- und Aufräumarbeiten fortgesetzt. Nach Angaben von Landrat Georg Grabner soll sichergestellt werden, dass sich in dem Gebäude keine weiteren Menschen befinden, die bisher nicht als vermisst gemeldet wurden. Dann erst soll der Katastrophenalarm aufgehoben werden.

Das letzte der 15 Todesopfer wurde am frühen Donnerstagmorgen nicht durch Suchhunde, sondern durch Einsatzkräfte gefunden. Sie entdeckten die Leiche beim Graben in einem Schneehaufen. Während der Bergung spielten sich in den Trümmern der Eishalle noch einmal dramatische Szenen ab: Gegen 2.00 Uhr bildeten die Helfer plötzlich ein Kette. Mit Decken schirmten sie den Ort, an dem das letzte Opfer entdeckt worden war, vor Fernsehkameras ab. Notärzte eilten durch den Korridor, wenig später folgten ihnen Einsatzkräfte mit schwerem Gerät.

Unmittelbar nach der Bergung des Opfers begannen umfangreiche Aufräumarbeiten auf dem Gelände, das in gleißendes Scheinwerferlicht getaucht war. Von der Halle standen nur noch die Stützpfeiler. In der Mitte des Areals schaufelten schwere Bagger die verbliebenen Trümmer beiseite. Sanitäter waren nur noch vereinzelt zu sehen.

Am Mittwoch hatten die Helfer die Leichen zweier Jungen und eines Mädchens im Alter von 12 bis 15 Jahren geborgen, nachdem am Dienstag bereits 11 der insgesamt 15 Verschütteten entdeckt worden waren. 34 Menschen wurden verletzt, als das Dach der Eissporthalle am Montagnachmittag unter einer schweren Schneelast einstürzte. 15 von Ihnen liegen noch immer im Krankenhaus. Die meisten Opfer waren Kinder und Jugendliche.

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