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01.06.2011

04:45 Uhr

Darmkeim-Infektion

Neue Suche nach EHEC-Erreger

Spanische Gurken sind doch nicht die EHEC-Quelle - die Suche beginnt von vorne. Spaniens Bauern kämpfen mit hohen Einbußen und schäumen vor Wut. Immer mehr Menschen sterben an dem Darmkeim - nicht nur in Deutschland.

Ehec-Quelle weiter unbekannt

Video: Ehec-Quelle weiter unbekannt

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BerlinDie Quelle der lebensgefährlichen EHEC-Infektionen in Deutschland liegt wieder völlig im Dunkeln. Spanische Gurken, die zunächst mit den Erkrankungen in Zusammenhang gebracht worden waren, sind nach neuen Laboruntersuchungen nicht der Auslöser. Tests bei in Hamburg sichergestellten Gurken zeigten keine Übereinstimmung mit dem grassierenden Erreger des Typs O104, der aus Stuhlproben von Patienten isoliert wurde. „Nach wie vor ist die Quelle nicht identifiziert“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag.

In Spanien macht sich derweil Ärger über das deutsche EHEC-Krisenmanagement breit: Dort ist die Landwirtschaft in die schlimmste Krise der jüngeren Geschichte gestürzt. Nach Angaben der Hamburger Senatorin wurden jedoch andere EHEC-Keime auf den Gurken aus Spanien nachgewiesen. Zudem lägen die Ergebnisse von zwei weiteren Proben noch nicht vor.

Nach Ansicht von Prüfer-Storcks war es dennoch richtig, die Untersuchungsergebnisse vor einigen Tagen zu veröffentlichen. „Denn die Verunreinigungen können sehr wohl EHEC auslösen.“ Der Schutz von Leben müsse wichtiger sein als wirtschaftliche Interessen. Solange die Ursache des EHEC-Ausbruchs unklar ist, gelte weiterhin die Warnung des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Behörde hatte davon abgeraten, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate - insbesondere in Norddeutschland - roh zu essen.

Spanien forderte indes die sofortige Wiederaufnahme des kompletten Handels mit spanischem Gemüse. Nach der Warnung aus Hamburg hatte ein Land in Europa nach dem anderen seine Grenzen für spanisches Gemüse geschlossen. Spanische Branchenkreise bezifferten die Verluste der Bauern auf 200 Millionen Euro pro Woche.

Die spanische Agrarministerin Rosa Aguilar sagte am Dienstag in Debrecen (Ungarn), ihr Land wolle auf EU-Ebene Entschädigungen für alle europäischen Landwirte verlangen, die wegen EHEC Verluste haben. „Wir sind enttäuscht von der Art, wie Deutschland mit dieser Krise umgegangen ist.“ Niemand habe sich in ihrem Land direkt mit EHEC infiziert. Dies zeige, dass die Ursache auch woanders liegen könne.

Kommentare (5)

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01.06.2011, 05:36 Uhr

Hoffentlich ist dieser EHEC nicht willkürlich freigesetzt worden.
Wäre doch eine wirksame Kriegswaffe.

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01.06.2011, 07:14 Uhr

Die Frage muß erlaubt sein: wares wie in der Vergangenheit mit Vogelgrippe usw. ohne seriöse Überprüfungen zuerst mal schreien um die Bürger zu verängstigen. Ist dies die neue Waffe der Regierung? In Hamburg sollte diese Regierung sofort zurücktreten, den sie haben diese Hysterie in Deutschland verursacht, ohne ordentlich zu Prüfen. Der Auftritt der Gesundheitssenatorin war erbärmlich und schäbig, keine wirkliche Aufklärung nur Geplapper. Liebe Hamburger Bürger, werfen sie diese Verbrecher aus dem Rathaus, und stellt sie vor Gericht, wegen Lügen und Verleumdungen.
Basta.
Danke

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01.06.2011, 11:21 Uhr

Gesundheitsbewusste Frauen in Norddeutschland waren in der Hauptsache Opfer der Ehek-Seuche. Zudem ist bekannt, dass die Bakterien in Kuhställen grassieren. Wie wäre es einmal, Milchprodukte der regionalen Großanbieter zu untersuchen. Vielleicht ist es eine Charge von z.B. Fruchtmolke gewesen, bei der die Pasteurisierung nur unzulänglich funktioniert hat. Vielleicht aber auch ein Rohmilchkäse. Interessant auch ein alter Testbericht zu Toilettenpapier und Haushaltsrollen aus recyceltem Altpapier. Damals stellte die Tester fest, dass viele Papiere keimverseucht sind, da fäkalienbelastete Restpapiere zur Herstellung mitverwendet wurden.

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