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20.06.2011

19:22 Uhr

Darmkeime in Gewässern

Ehec-Funde nicht außergewöhnlich

Wie kommt Ehec in den Bach? Der Keimfund in Hessen gibt weiter Rätsel auf. Eine Quelle konnte bisher nicht eindeutig benannt werden - Experten erklären jedoch, dass der Erreger ohnehin ein alltägliches Risiko sei.

Der Erlenbach bei Frankfurt: Ehec-Funde sind nicht ungewöhnlich. Quelle: Reuters

Der Erlenbach bei Frankfurt: Ehec-Funde sind nicht ungewöhnlich.

Wiesbaden/BerlinDrei Tage nach der Entdeckung von Ehec-Bakterien in einem Bach bei Frankfurt ist weiter unklar, wie hoch die Keimbelastung in dem Gewässer wirklich ist. Zwar wurden bereits am Freitag neue Proben aus dem Erlenbach entnommen, die Auswertung lag am Montag allerdings noch nicht vor. Mit Ergebnissen sei nicht vor Mittwoch zu rechnen, teilte das hessische Umweltministerium mit. Weiter unklar ist daher auch, ob die Keimbelastung tatsächlich mit der nahe gelegenen Kläranlage in Zusammenhang steht. Auch auf dem Sprossenhof in Niedersachsen sind bislang keine Ehec-Keime entdeckt worden.

Das Abwasser einer Kläranlage zu entkeimen wäre zwar technisch möglich, aber sehr teuer, erläuterte Prof. Ulf Theilen, Dozent für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen. „Im Ablauf einer Kläranlage wird man immer Keime finden“, sagte Theilen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die herkömmlichen Anlagen würden Ehec-Erreger nicht zurückhalten. Das „gereinigte Abwasser“ enthalte eine gewisse „Rest-Verunreinigung“. Dazu gehören auch Keime wie Koli-Bakterien, zu denen Ehec zählt.

„Dieses Abwasser geht in der Regel direkt in einen Fluss.“ Da in Hessen Flüsse per Definition nicht als Badegewässer gelten, gebe es bisher keine Notwendigkeit, Keime aus dem Abwasser herauszufiltern, sagte Theilen. In anderen Bundesländern werde das Abwasser jedoch zum Teil entkeimt - zum Beispiel an der Isar, in der man auch baden darf. Dazu werde am Ende des Klärprozesses eine „Entkeimungsstufe“ angefügt. „Es gibt Membranen, die Wasser durchlassen, aber keine Keime.“ Das allerdings sei sehr teuer.

In Niedersachsen waren sämtliche weit über 1000 Proben bisher negativ, darunter auch alle von dem wegen Ehec gesperrten Sprossenhofes in der Lüneburger Heide. Dort sei auch das Trinkwasser und Abwasser ergebnislos auf Ehec-Spuren untersucht worden, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Hannover.

Währenddessen klingt die Welle an Ehec-Erkrankungen in den stark betroffenen Bundesländern Niedersachsen und Hamburg langsam ab. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, stieg die Zahl der registrierten Ehec-Infektionen nur noch leicht an. In Hamburg erhöhte sich die Gesamtzahl der Ehec-Fälle oder -Verdachtsfälle nach Auskunft der Gesundheitsbehörde um vier auf insgesamt 1090.

Das Robert Koch-Institut hat insgesamt 3494 Ehec- oder HUS-Fälle registriert, 39 Patienten davon seien gestorben. Auch bundesweit sei die Zahl der registrierten Neuerkrankungen seit Tagen auf deutlich niedrigerem Niveau als zuvor.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Prenden

20.06.2011, 20:10 Uhr

Ich denke mal das die Befunde abnehmen wie das Interesse der Medien an EHEC....

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