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22.01.2007

17:24 Uhr

Darmstädter Gefängnis

Häftling entkommt im Pappkarton

Versteckt in einer Ladung Schuhspanner ist am Montagmittag ein 28-jähriger Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Darmstadt geflohen. Wie das hessische Justizministerium in Wiesbaden berichtete, hatte der Gefangene sich in einem mit Folie umwickelten Karton versteckt und an Bord eines Lastwagens die Haftanstalt verlassen.

HB DARMSTADT. Nachdem der Laster die Gefängistore passiert hatte, sei der Mann von der Ladefläche gesprungen. Laut Sprecherin Nicole Demme bemerkte der Lkw-Fahrer, dass jemand von der Ladefläche sprang und alarmierte die Polizei. Diese leitete eine Fahndung ein. Der 28-Jährige saß wegen Betrugs und Drogendelikten ein. Das Strafende war für August 2008 vorgesehen.

Vermutlich habe menschliches Versagen dem Häftling die Flucht ermöglicht, sagte die Sprecherin weiter. So sei die Vollzähligkeit der Häftlinge offenbar nicht überprüft worden, bevor der Lastwagen das Gelände der JVA verlassen habe, sagte Demme. Auch sei offenbar die Ladung des Lasters nicht hinreichend überprüft worden, der die im Gefängnis hergestellten Schuhspanner abholen sollte. Es werde derzeit überprüft, ob der Gefangene Helfer gehabt habe.

Es war der erste Ausbruch eines Häftlings aus einem hessischen Gefängnis seit zwei Jahren. Die Justizvollzugsanstalt Darmstadt hat nach Angaben des Ministeriums 533 Haftplätze und war bis Montag mit 476 Häftlingen belegt.

Die SPD-Opposition forderte von Justizminister Jürgen Banzer (CDU) rasche Aufklärung darüber, wie es zu dem Ausbruch kommen konnte. Das Parlament müsse zügig informiert werden. Die SPD erwäge eine Sondersitzung des Unterausschusses Justizvollzug für die kommende Woche zu beantragen.

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