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12.12.2016

07:59 Uhr

Datendiebstahl

Weniger Schaden durch „Skimming“ an Geldautomaten

2016 wurden bisher über 150 Geldautomaten manipuliert, um Kundendaten auszuspähen – mehr als noch 2015. Der durch Datendiebe verursachte Schaden hingegen lag mit rund 1,6 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahr.

Datendiebe haben im Jahr 2016 wieder häufiger versucht, durch das sogenannte „Skimming“ auf Daten an Geldautomaten zuzugreifen – 153 Automaten wurden ausgespäht. Der dadurch Schaden ist aber erneut deutlich zurückgegangen. dpa

Mehr Attacken, weniger Schaden

Datendiebe haben im Jahr 2016 wieder häufiger versucht, durch das sogenannte „Skimming“ auf Daten an Geldautomaten zuzugreifen – 153 Automaten wurden ausgespäht. Der dadurch Schaden ist aber erneut deutlich zurückgegangen.

FrankfurtDatendiebe haben an Geldautomaten in Deutschland in diesem Jahr wieder häufiger zugeschlagen - doch der Schaden durch „Skimming“-Angriffe ist auf ein Rekordtief gesunken. Bis einschließlich November manipulierten Kriminelle bundesweit 153 Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen.

Der Bruttoschaden summierte sich nach Angaben von Euro Kartensysteme in den elf Monaten auf rund 1,6 Millionen Euro. Die Frankfurter Einrichtung kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre steigen die Zahlen im Dezember - wenn überhaupt - kaum noch an. Im Gesamtjahr 2015 wurden 118 Fälle mit einem Schaden von 2,7 Millionen Euro registriert.

Wie Kunden Betrügereien am Geldautomaten erkennen

Automat checken

Manchmal genügt schon ein genauer Blick auf das Gerät, rät die Verbraucherzentrale NRW. Ist am Karteneinzug ein wackliger Vorbau angebracht oder kommt Ihnen die Tastatur etwa aufgrund falscher Beschriftung merkwürdig vor, waren wahrscheinlich kriminelle Bastler am Werk. Informieren Sie gleich einen Bankmitarbeiter oder die Polizei. Es folgen weitere Tipps der Verbraucherschützer.

Ins Gebäude gehen

Meiden Sie nach Möglichkeit außen liegende Bankautomaten, gerade an Wochenenden. Diese können von Betrügern leichter manipuliert werden als Geräte im Schaltervorraum. Vorsicht angebracht ist aber auch an den Türöffnern, die per Karte bedient werden. In keinem Fall wird dort die Eingabe der PIN verlangt!

Anzeige abdecken

Verdecken Sie bei Eingabe Ihrer Pin die Tastatur mit der Hand. So können die Daten weder von einer hinter Ihnen stehenden Person, noch von einer heimlich installierten Minikamera abgefangen werden.

Wartezeit einhalten

Gibt der Geldautomat nicht sofort die gewünschten Scheine aus, sollten Sie noch einige Zeit warten. Manche Geräte brauchen etwas länger. Wer sich bereits 20 Sekunden nach Rückgabe der Karte davon entfernt, kann jedenfalls nicht behaupten, der Automat sei defekt (AG Düsseldorf, Beschluss v. 11.2.1998, Az.: 48 C 20333/97).

Protokoll von der Bank einfordern

Kommt bei einem Abhebungsversuch auch nach mehreren Minuten kein Geld heraus, empfiehlt die VZ NRW, von der Bank das Auszahlungsprotokoll zu verlangen. Dort müssen auch die unmittelbar vor und nach Ihrem Auszahlungsvorgang getätigten Barabhebungen vermerkt sein. Bei Unstimmigkeiten im Protokoll haben Sie gute Chancen, wieder an Ihr Geld zu kommen. Sie können sich auch das Wartungsprotokoll vorlegen lassen und auf Unregelmäßigkeiten prüfen.

Mögliche Täter ermitteln

Fragen Sie die Bank nach Name und Anschrift der Person, die nach Ihnen am Automaten Geld abgehoben hat. Vielleicht hat Ihr "Nachfolger" das Geld mitgenommen. Wenn sich die Bank unter Hinweis auf das Bankgeheimnis weigert, über einen Kunden Auskunft zu geben, hilft möglicherweise eine Strafanzeige (gegen Unbekannt) bei Polizei oder Staatsanwaltschaft weiter.

Zeugen suchen

Informieren Sie sich auch über die Namen der Bankmitarbeiter, die den Automaten befüllt oder den Kassenabschluss vorgenommen haben. Diese könnten in einem späteren Prozess hilfreiche Zeugen sein, wenn es zum Beispiel technische Probleme gab. Allerdings sollten Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung aufgrund des hohen Kostenrisikos besser von einem Rechtsstreit absehen. Lassen Sie sich diesbezüglich von der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt beraten.

Kontoauszüge

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Auch ohne Skimming-Gefahr ist das für jeden Bankkunden eine Pflichtaufgabe.

Im laufenden Jahr schlugen Kriminelle in sieben von zehn Fällen in Berlin zu (108 Fälle). In Ostdeutschland gab es ansonsten kaum „Skimming“-Angriffe. Auf Platz zwei der Statistik rangiert der Stadtstaat Hamburg mit 15 Fällen, vor Nordrhein-Westfalen mit 7.

Dass die Schadenssumme seit Jahren sinkt, erklären Experten vor allem mit der Einführung moderner EMV-Technik. EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft - und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse. Weil sich diese Technik weltweit zunehmend durchsetzt, können gestohlene Kartendaten in immer weniger Staaten missbräuchlich eingesetzt werden.

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Zu einem viel größeren Problem hat sich das Thema Diebstahl von Zahlungskarten entwickelt: Fast 11 400 Fälle zählte die Branche von Januar bis einschließlich November in Deutschland, der Bruttoschaden erhöhte sich von 13,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 14,2 Millionen Euro. Banken und Sparkassen ersetzen ihren Kunden in der Regel solche Schäden - ebenso wie die aus „Skimming“-Angriffen.

Von

dpa

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