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19.01.2006

17:15 Uhr

Dauerproblem der New Yorker

Fahrstuhlfahren will gelernt sein

So viel Aufzug gefahren wie in New York wird in kaum einer anderen Stadt der Welt. Binnen Sekunden durch ihre Wolkenkratzer zu rauschen macht dabei längst nicht jedem Spaß. Für viele ist es der reinste Stress, mit Fremden dicht an dicht auf so engem Raum zusammenzustehen. Die bange Frage: Wie verhält man sich im Aufzug?

Wie verhält man sich im Fahrstuhl richtig?

Wie verhält man sich im Fahrstuhl richtig?

HB NEW YORK. In Zeitungen und auf Websites wird immer wieder die Frage erörtert, wie man sich in solchen Situationen richtig verhält. Es gibt ganze Regelwerke zur Fahrstuhl-Etikette. Der wichtigste Leitsatz lautet: Die anderen nicht mustern. Wohin aber soll man dann gucken? Viele starren einfach nach unten auf ihre Füße. Das ist einer der Gründe dafür, warum es in New York so viele Schuhputzer gibt.

Pamela Fiori, Chefredakteurin des ältesten amerikanischen Magazins „Town & Country“, empfiehlt, nicht nach unten zu sehen, sondern geradeaus zur Tür hin. Mancher Aufzugs-Knigge geht so weit zu raten, die Hände vor dem Körper zu falten, falls man keine Aktentasche oder dergleichen festhält. Die anderen sollte man möglichst nicht anstoßen.

Einigkeit herrscht darüber, dass man im Aufzug nicht sprechen darf oder höchstens ganz leise. Auf dem Handy weiterzutelefonieren, gilt als Fauxpas. Die große Mehrheit hält sich an dieses Schweigegebot, und so kommt es, dass New Yorker Aufzüge Oasen der Stille sind. Allerdings ist es eine „enervierende Stille, die peinlich wirken kann und bei der man sich manchmal richtig unwohl fühlt“. So empfindet es jedenfalls der schweizerische Kabarettist Emil Steinberger, der sechs Jahre in Manhattan gewohnt hat.

Er hat den Eindruck, „dass die Menschen an diesem Ort sogar den Atem anhalten, sich gleichzeitig aber die Zehen in ihren Schuhen zu krümmen beginnen, während der ganze Körper regungslos und steif, wie angewurzelt, an einer Stelle stehen bleibt“.

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