Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2017

12:44 Uhr

David Hasselhoff

„The Hoff“ wird 65

Als Bademeister und Rächer mit sprechendem Auto wurde David Hasselhoff zum Weltstar. Heute spielt der 65-Jährige Peter Pan und wünscht sich „Knight Rider“ im Kino. „The Hoff“ ist ein glücklicher Mann.

Der Sänger und Schauspieler wird an diesem Montag 65 Jahre alt. Reuters

David Hasselhoff

Der Sänger und Schauspieler wird an diesem Montag 65 Jahre alt.

Los AngelesIm Kampf um David Hasselhoffs verblassten Ruhm greift sein fiktiver Manager in der Netflix-Serie „Hoff the Record“ zu drastischen Mitteln: Er streut falsche Berichte, laut denen Hasselhoff einen tödlichen Unfall erlitten habe, und schon schießen die Verkaufszahlen für dessen Autobiografie in die Höhe. „Der beste Weg, die Karriere eines Prominenten wiederzubeleben, ist manchmal dessen Tod“, heißt es. Seine etwas verflogene Berühmtheit scheint der echte „Hoff“ mit Humor zu nehmen. Am 17. Juli wird er 65. Jahre alt.

Einen „komischen Ansatz“ mit Blick auf sein eigenes Leben nennt der in Baltimore (Maryland) geborene Star die Netflix-Produktion, die 2016 mit einem International Emmy ausgezeichnet wurde. In der fiktionalen Doku-Serie spielt er sich selbst und versucht mit schrägen Mitteln, dem schwindenden Erfolg neues Leben einzuhauchen. „Ich habe eine Parodie von David Hasselhoff gespielt, also spiele ich eine Karikatur meiner selbst“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist sich Hasselhoff nicht.

„Baywatch“ – ein Serienklassiker der Neunziger

Millionenpublikum

Rote Badeanzüge, Rettungsbojen und braun gebrannte Körper: Die Serie „Baywatch“ lockte in den 1990ern weltweit Millionen Menschen vor die Fernseher.

Quelle: dpa

Elf Staffeln

Über insgesamt elf Staffeln sprinteten „die Rettungsschwimmer von Malibu“ zwischen 1989 und 2001 in mehr als 240 Episoden durch den kalifornischen Sand.

Zuschauermagnet

Zuschauermagnete waren Frauen wie Pamela Anderson und Carmen Electra, die in ihren knappen Outfits und mit viel nackter Haut das Team um Chef-Retter David Hasselhoff bildeten.

Internationaler Erfolg

Auf ihrem Höhepunkt lief die Serie in mehr als 140 Ländern mit geschätzt 1,1 Milliarden Zuschauern.

Zunächst ein Flop

Die erste Staffel der Serie war ein Flop. Danach übernahm Hauptdarsteller David Hasselhoff die Produktion. In der Folge entwickelte sich Baywatch zu einer der erfolgreichsten US-Fernsehserien.

„Baywatch Nights“

Als Ableger wurden von 1995 bis 1997 zwei Staffeln von „Baywatch Nights“ produziert. Darin spielt Hasselhoff einen Privatdetektiv.

Vorbild

Die Rettungsschwimmer-Division der Feuerwehr des Los Angeles County dienten als Vorbild für die Serie. Dort hatte der „Baywatch“-Schöpfer Gregory J. Bonann gearbeitet.

Der Hüne mit der behaarten Brust scheint sich in eine abstrakte Figur verwandelt zu haben, die mit dem in Kalifornien und Wales lebenden Vater zweier Töchter kaum noch etwas zu tun hat. Im Interview spricht Hasselhoff von sich selbst in der dritten Person, sagt Sätze wie: „Man kann David Hasselhoff nicht nachbilden.“ In die Kinos kommen soll sogar der Spielfilm „Killing Hasselhoff“, in der eben diese Figur David Hasselhoff ihre eigene Berühmtheit auslöschen muss, um einen Kredithai auszuzahlen.

Manchmal kann er selbst kaum glauben, was sich in seinem tatsächlichen Leben so abgespielt hat. Dass er in „Knight Rider“ als Mann mit der Lederjacke berühmt wurde, der ein sprechendes Auto fährt. Dass er mit einem „dummen Klavier-Schal und Lichter-Jacke“ am Silvesterabend 1989 an der Berliner Mauer vor den wiedervereinigten Massen sang. Dass er auf einem Musikfestival nach Bands wie Green Day und Iron Maiden „mit Zeug beworfen“ wird, weil er „diese dummen, kleinen Pop-Songs“ singt, wie er sagt. Seine Deutschlandtournee 2018 wurde um zahlreiche Termine erweitert, weil die Ticketverkäufe so gut liefen. 2013 wurde sogar ein im südlichen Atlantik entdeckter Krebs wegen dessen behaartem Brustpanzer nach ihm benannt, die „Hoff-Krabbe“.

„Baywatch“: Die Helden in den roten Badehosen sind zurück

„Baywatch“

Die Helden in den roten Badehosen sind zurück

David Hasselhoff und Pamela Anderson wurden als Rettungsschwimmer berühmt. Nun dürfen Dwayne Johnson und Zac Efron in die roten Badehosen schlüpfen. Aber nicht nur die schlechten Kritiken trüben den Kinostart.

Kultobjekte sind die rote Badehose und die Schwimmhilfe aus der Erfolgsserie „Baywatch“ oder das sprechende Auto K.I.T.T. aus „Knight Rider“ zweifellos. Hasselhoff identifiziert sich noch mit den Shows, will aber nicht daran klammern. Er spielt Peter Pan an Theatern in Großbritannien, versuchte sich mit seinen Töchtern an einer (wenn auch wenig erfolgreichen) Reality-Show und nimmt weiter Musik auf. Im November ist er Gastgeber auf einer Mittelmeeer-Kreuzfahrt namens „Hoff Cruise“. Er sieht sich als Schauspieler und hofft auf eine dritte Staffel von „Hoff the Record“ sowie darauf, „Knight Rider“ als Film ins Kino zu bringen. „Das wäre ein Traum“, sagt Hasselhoff.

Wenig Verständnis hat er dafür, wie einer der Tiefpunkte seines Lebens in der Öffentlichkeit ausgeschlachtet wurde. Seine Tochter hatte 2007 ein Video von ihm gemacht, dass ihn halbnackt und volltrunken beim Versuch zeigt, einen Hamburger zu essen. Dann tauchte es im Internet auf. „Manchmal fallen die Menschen verdammt nochmal runter“, sagt er. „Es war ein Teil von David Hasselhoffs langem Leben, ein Abend in seinem Zuhause, der ausgenutzt wurde und die letzten zwölf Jahre an ihm hängen blieb.“ Dann fügt er hinzu: „Ich bin verdammt nochmal ein Mensch. Wie würdest du dich fühlen?“

Verbittert ist Hasselhoff über diese Geschichte aber nicht. Nach fünf geschiedenen Ehen ist er glücklich, in der 36 Jahre alten Hayley Roberts eine neue Partnerin gefunden zu haben. Die walisische Verkäuferin sprach ihn vor sechs Jahren in einer Hotelbar in Cardiff an, um ihn nach einem Autogramm zu fragen. Zu seinem Assistenten habe er gesagt: „Da ist sie. Da ist das Mädchen, seit dem ich von über fünf Jahren träume.“ Vergangenes Jahr machte Hasselhoff ihr bei einem Picknick am Strand von Malibu einen Heiratsantrag.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×