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03.04.2012

10:14 Uhr

Debatte um Rassismus

Die Angst vor dem Kapuzenpulli

Nach dem Tod des afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin führen die USA eine Debatte über Pullis, die vorher zum Alltag gehörten und angeblich bedrohlich wirken. Eigentlich geht es aber um Rassenkonflikte.

An dieser Straßenecke wurde Trayvon Martin erschossen. Der weiße Schütze beteuert, er habe dies aus Notwehr getan. Reuters

An dieser Straßenecke wurde Trayvon Martin erschossen. Der weiße Schütze beteuert, er habe dies aus Notwehr getan.

New YorkBis vor wenigen Wochen schienen Kapuzenpullis in den USA ein einfaches Kleidungsstück zu sein, das vor allem bei Teenagern hoch im Kurs stand. Doch seit dem Tod des afroamerikanischen Jugendlichen Trayvon Martin, der Ende Februar in Florida von einem Mitglied einer Bürgerwehr erschossen wurde, führen die USA eine Debatte über die hochsymbolische Bedeutung der sogenannten Hoodies. Die schlabbrigen Oberteile mit angenähter Kapuze gehören zum Klischee des schwarzen Gangsters, das Trayvon Martin zum Verhängnis geworden sein könnte.

Der 17-jährige Schüler trug einen Kapuzenpulli, als er in jener regnerischen Februarnacht in der Stadt Sanford nach einem kleinen Einkauf auf dem Weg nach Hause war. Dabei fiel er George Zimmerman auf, der in der Nachbarschaft auf eigene Faust nach Verdächtigen Ausschau hielt. Zimmerman wählte den Notruf. Die Polizei wies ihn an, auf den Streifenwagen zu warten, doch Zimmerman mischte sich ein. Am Ende war der unbewaffnete Martin tot.

Die genauen Umstände sind noch immer ungeklärt. Zimmerman hat angegeben, aus Notwehr gehandelt zu haben, nachdem Martin ihn niedergeschlagen habe. Die Behörden sahen bislang keinen Anlass, den Schützen festzunehmen. Erst in der kommenden Woche soll über eine mögliche Anklage entschieden werden. Martins Eltern sagen, das liege daran, weil Zimmerman weiß und ihr Sohn schwarz gewesen sei.

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