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13.08.2014

12:37 Uhr

Depression

Fans nach Tod von Robin Williams bestürzt

Schock und Trauer sitzen tief. Der Tod von Hollywood-Star Robin Williams rückt das Thema Depression wieder in die öffentliche Diskussion. Der Schauspieler hatte sich am Montag in seinem Haus das Leben genommen.

Der Hollywood-Star Robin Williams hat den Kampf gegen seine Depression verloren. Er starb am Montag in seinem Haus in Kalifornien. ap

Der Hollywood-Star Robin Williams hat den Kampf gegen seine Depression verloren. Er starb am Montag in seinem Haus in Kalifornien.

TiburonMit einem Blumenstrauß und ihrem Lieblingsfoto von Robin Williams steht Sue Williams vor dem Haus des gestorbenen Hollywood-Stars. Die 52-Jährige ist eine von Dutzenden Fans, die vor dem Haus des Schauspielers in Tiburon an der US-Westküste Blumen, Briefe und Andenken ablegen.

„Es ist an der Zeit, dass die Welt das Leid depressiver Menschen erkennt“, sagt die Kalifornierin. „Robins Leben erschien so perfekt, aber er muss sehr gelitten haben.“ Der mit Depressionen kämpfende Komiker hatte sich am Montag in seiner Villa am Rand der Bucht von San Francisco das Leben genommen. Die Nachricht löste weltweit Bestürzung aus.

„Das war wie damals, als Michael Jackson starb“, sagt der 66-jährige Henry Silva. Mit seiner Frau fuhr der Kalifornier eigens zwei Stunden, um Blumen vor Williams' Tür abzulegen. „Er wirkte immer so lustig“, sagt der Mann, den Tränen nahe. Sie sei „völlig schockiert“, sagt Dana Garrick, eine Immobilienmaklerin aus dem Nachbarort Belvedere.

Robin Williams größte Auftritte

Energiegeladener Comedystar

Im Laufe seiner schillernden Karriere spielte Robin Williams viele unterschiedliche Rollen. Mag das Energiebündel wohl vor allem als schnell sprechender Comedystar bekannt sein, wusste er aber auch mit ernsteren - und bisweilen auch unheimlichen - Stoffen zu überzeugen. Ein Überblick über die acht prägendsten Rollen des wandlungsfähigen Williams.

„Good will Hunting“ (1997)

Eine seltene, aber willkommene ernste Rolle für Williams: Er spielt den hartnäckigen, aber einfühlsamen Therapeuten Sean Maguire, der es schafft, dem auf die schiefe Bahn geratenen Mathegenie Will Hunting (verkörpert von Matt Damon) bei der Lebensbewältigung zu helfen. Die Rolle brachte ihm einen Oscar als bester Nebendarsteller ein.

„Mrs Doubtfire“ (1991)

Wer konnte den linkischen Vater nicht mögen, der sich mit Hilfe einer Latexmaske und einer Perücke als korpulentes Kindermädchen verkauft, um bei seinen kleinen Kindern sein zu können? Eine Fortsetzung des Films war in Planung.

„Good Morning Vietnam“ (1987)

Williams Schnellsprecherei war perfekt für die Rolle des Radiomoderators Adrian Cronauer, der während des Vietnamkriegs bei einem US-Militärsender in Saigon arbeitet. Die Rolle brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung ein.

„Der Club der toten Dichter“ (1989)

In dem Drama verkörpert Williams einen unangepassten Lehrer, der Zöglingen an einer Internatsschule beibringt, eigenständig zu denken und „den Tag zu nutzen“. Die Rolle bescherte ihm seine zweite Oscar-Nominierung.

„One hour Photo“ (2002)

Eine weitere ernste Rolle, und dazu eine umheimliche: Williams spielt einen Foto-Entwickler einer großen Supermarkt-Filiale, der sich etwas zu sehr in das Leben seiner Kunden einmischt, als er feststellt, dass einer von ihnen eine Affäre hat.

„König der Fischer“ (1991)

Williams gibt einen halbverrückten Obdachlosen. Der ist felsenfest davon überzeugt, dass der Heilige Gral sich im Heim eines Milliardärs in der New Yorker Fifth Avenue befindet.

„Mork vom Ork“ (1978 - 1982)

Die TV-Sitcom war für viele die erste Begegnung mit der Williams eigenen Verschrobenheit. In der Show spielt er einen Außerirdischen.

„Moskau in New York“ (1984)

Williams spielt in der Komödie den russischen Zirkus-Saxofonisten Wladimir, der sich während einer Tour in New York einfach absetzt.

Die 56-Jährige kannte Williams persönlich, ihre Kinder besuchten dieselbe Schule. „So viele Menschen liebten ihn und doch sah er keinen anderen Ausweg.“ Sie hoffe, dass der Tod eines so beliebten Stars das Thema Depressionen ins Gespräch bringe, „so wie wir über Krebs und Herzkrankheiten reden“.

Auch Prominente nahmen den überraschenden Tod zum Anlass, um ihre Fans aufzurufen, bei psychischen Problemen Hilfe zu suchen. „Ihr seid nicht alleine“, schrieb Sängerin Lady Gaga auf Twitter und verwies auf die von ihr gegründete Born-This-Way-Stiftung.

Welche Tragödie sich hinter der Fassade der hellrosafarbenen Millionenvilla des Schauspielers abspielte, schilderte die Polizei in San Rafael am Dienstag vor Hunderten Reportern aus aller Welt. Bei Twitter und in Blogs entrüsteten sich viele über die ausführliche Schilderung. Man solle Williams lieber in Frieden ruhen lassen, statt seine Privatsphäre zu verletzen, kommentierten Fans.

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