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09.01.2017

16:40 Uhr

Der Cowboy schlechthin

Zum 100. Todestag von Buffalo Bill

Als Scout, Büffeljäger und im Kampf mit Ureinwohnern erlebte William Cody die Eroberung des amerikanischen Westens. Die Eindrücke verarbeitete er als Buffalo Bill in einer Show, für die er bis heute weltbekannt ist.

Seinen Spitznamen verdiente sich WIlliam F. Cody, als er 1867/68 im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Kansas Pacific innerhalb von acht Monaten 4280 Bisons schoss, um Bahnarbeiter mit Fleisch zu versorgen. Später setzte er sich dann für den Schutz der Tiere ein. Mit seiner 1883 gegründeten Reiterschau „Wilder Westen“ machte er westamerikanische Lebensart in den USA und in Mitteleuropa bekannt. dpa

Buffalo Bill

Seinen Spitznamen verdiente sich WIlliam F. Cody, als er 1867/68 im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Kansas Pacific innerhalb von acht Monaten 4280 Bisons schoss, um Bahnarbeiter mit Fleisch zu versorgen. Später setzte er sich dann für den Schutz der Tiere ein. Mit seiner 1883 gegründeten Reiterschau „Wilder Westen“ machte er westamerikanische Lebensart in den USA und in Mitteleuropa bekannt.

CodyHalbnackte Indianer stampfen gebückt einen Tanz, Federn im Haar schmücken ihren Kopf. Cowboys in Latzhosen schwingen Lassos und bringen mit geschickter Wurftechnik bockende Pferde zu Fall. Ein weißbärtiger Mann zieht den Hut, Fransen baumeln vom Ärmel seiner Lederjacke: Es ist Buffalo Bill, „der berühmteste Kundschafter der amerikanischen Geschichte, Idol des jungen Amerika“, wie es in einer Filmaufnahme aus dem Jahr 1908 heißt. Willkommen im Wilden Westen.

Eigentlich hieß der als Wildwestshow-Organisator, Büffeljäger und Kundschafter (Scout) der US-Armee bekannte Held der US-Pionierjahre William Frederick Cody. Aber als Buffalo Bill gelang es ihm, die mutige, aber auch oft blutig erkämpfte Eroberung des amerikanischen Westens in die zivilisierte Welt zu tragen und nachzuerzählen. Am 10. Januar jährt sich Codys Todestag zum 100. Mal. Die später in Musik, Büchern, Filmen und Theaterstücken besungenen Western verdanken die USA auch Codys Gespür für das Showbusiness des 19. Jahrhunderts.

Der 1846 in einer Blockhütte in Iowa geborene Sohn eines Händlers und Landvermessers und einer Schullehrerin war von früh an ein begabter Reiter. Von jungen Jahren an soll er einigen Historikern zufolge für den Reiter-Postdienst Pony Express geritten sein, 1864 meldete er sich bei einem Kavallerieregiment in Kansas, um gegen die Südstaaten im Bürgerkrieg zu kämpfen. Cody versuchte sich auch als Kutscher und Gastwirt, ehe es den als furchtlos beschriebenen Abenteurer in die Weite zog. Zu Hause blieb er selten längere Zeit.

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Seinen Spitznamen handelte Cody sich ein, als er im Auftrag der Eisenbahngesellschaft 4280 Bisons erlegte (diese waren auch als Büffel bekannt), um Arbeiter mit dem Fleisch zu versorgen. Zusammen mit seinen Jahren als Chef-Kundschafter der US-Armee dürften es diese Erfahrungen gewesen sein, aus denen Cody Ideen für seine bald auch in Europa berühmten Wildwest-Shows entwickelte.

„Die Geburt des Wilden Westens als erfolgreiches Genre war zu großen Teilen ein Produkt von Persönlichkeit, dramatischem Scharfsinn und gutem Timing“, schreibt Paul Fees, ehemaliger Kurator des Buffalo Bill Museum im US-Staat Wyoming, wo Cody einst lebte. Western-Shows wurden um 1880 populär, und Cody, der die Presse für seine Zwecke zu nutzen wusste und auch die Technik der Plakatwerbung beherrschte, machte sie als Kenner und Star des Westens perfekt, schreibt Fees.

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