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25.01.2005

20:15 Uhr

„Der Untergang“ ist nominiert

„Aviator“ auf Oscar-Kurs

Die Filmbiografie „Aviator“ über den Flug- und Filmpionier Howard Hughes gehört mit elf Nominierungen zu den Favoriten im Rennen um die begehrten Oscar-Trophäen.

Als beste Hauptdarstellerin nominiert: Hilary Swank. Foto: dpa

Als beste Hauptdarstellerin nominiert: Hilary Swank. Foto: dpa

HB BEVERLY HILLS. Neben den „Aviator“-Helden Leonardo DiCaprio und den Nebendarstellern Cate Blanchett und Alan Ada kann sich Scorsese erneut Hoffnungen auf den Regie-Oscar machen. Hoffentlich ohne Bruchlandung, denn ein erster Oscar für den genialen Macher von Filmen wie „Taxi Driver“ und „Good Fellas“ ist längst überfällig. Deutsche Oscar-Hoffnungen ruhen auf dem Hitler-Film „Der Untergang“ und dem Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“.

Als stärkster Konkurrent zu „Aviator“ tritt Golden-Globe-Gewinner Clint Eastwood mit seinem Box-Drama „Million Dollar Baby“ in den Ring. Der frühere Oscar-Gewinner („Erbarmungslos“, 1993) holte sich neben der Regie-Anwartschaft eine zweite Nominierung als bester Hauptdarsteller. Sein „Baby“ steckte insgesamt sieben Nominierungen ein. Hilary Swank könnte sich nach ihrem „Boy's Don't Cry“-Sieg (2000) eine zweite Trophäe erkämpfen.

Eher überraschend hat sich der deutsche Hitler-Film „Der Untergang“ von Regisseur Oliver Hirschbiegel und Produzent Bernd Eichiger in Hollywood nach oben geboxt. Er zählt zu den insgesamt fünf Anwärtern in der mit 49 eingereichten Beiträgen heiß umkämpften Sparte bester nicht englischsprachiger Film. Dort konkurriert er unter anderem gegen das spanische Sterbe-Drama „Mar Adentro“ (Das Meer in mir) und den französische Beitrag „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Im Ausland galt „Der Untergang“ als problematisch, weil er die Täter und nicht die Holocaust-Opfer zum Thema macht. Nominiert wurde auch der Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“, den zwei Studenten der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film als Abschlussarbeit hergestellt hatten.

Der in Cannes mit der Goldenen Palme gekrönte Anti-Bush- Dokumentarfilm „Fahrenheit 9/11“ wurde vom der Filmakademie in Hollywood geflissentlich übersehen. Michael Moore hatte auf eine Nominierung in der Kategorie „Bester Film“ gehofft. Oscar-Insider hatten auch Mel Gibsons blutigen Jesus-Film „Die Passion Christi“ vorab keine Chancen eingeräumt. Der umstrittene Streifen, der kürzlich vom US-Publikum zum beliebtesten Filmdrama gekürt wurde, überraschte am Ende mit drei Oscar-Nominierungen, für Kamera, Musik und Make-Up.

Es bleibt abzuwarten, ob „Aviator“ es dem „Herr der Ringe“- Abräumer nachmacht, der in 2004 für elf Trophäen nominiert wurde und auch alle gewann. Die kleine Tragikomödie „Sideways“ über zwei alte Kumpel auf Wein- und Liebestour in Kalifornien könnte dem Historienepos einige Oscars streitig machen. Der Kritiker-Liebling wurde gleich in fünf Kategorien nominiert, darunter als bester Film.

Der schwarze Komödiant Chris Rock, der bei der Oscar-Show in der Nacht zum 28. Februar zum ersten Mal als Gastgeber auf der Bühne steht, dürfte sich über ein Novum freuen. Gleich drei schwarze Schauspieler können auf vier Oscars hoffen - ein Rekord in Hollywood: Don Cheadle („Hotel Ruanda“), Jamie Foxx als Hauptdarsteller Ray Charles in („Ray“) und als Nebendarsteller in „Collateral“, sowie Morgan Freeman für „Million Dollar Baby“. Hatte doch Rock vorab in der „New York Times“ prophezeit: „Jamie Foxx wird die Bühne nicht ohne einen Oscar verlassen.“

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