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28.04.2011

15:41 Uhr

Deutsche Bahn

Jeder dritte Fernzug kommt zu spät

Wenn die Bahn ihre Statistiken unter Verschluss hält, müssen andere ran. Die Stiftung Warentest hat achte Monate überprüft, wie pünktlich die Bahn ist. Insbesondere dem Fernverkehr stellt sie ein schlechtes Zeugnis aus.

Jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn kommt laut einer Studie der Stiftung Warentest zu spät. Quelle: dpa

Jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn kommt laut einer Studie der Stiftung Warentest zu spät.

Berlin

Jeder dritte Fernzug der Bahn ist nach einer Analyse von Stiftung Warentest unpünktlich. Das ergab eine Auswertung von knapp 500.000 Ankünften an 20 deutschen Bahnhöfen von Juli 2010 bis Ende Februar 2011, wie die Stiftung in Berlin mitteilte. Am wenigsten zuverlässig sind demnach Nachtzüge, aber auch Intercity und ICE. Besser schnitt der Nahverkehr ab. Nach Auswertung von 850.000 Ankünften waren demnach 15 Prozent der Regionalzüge zu spät. Nach Definition der Branche gilt ein Zug als unpünktlich, wenn er mehr als fünf Minuten nach der Uhrzeit im Fahrplan ankommt.

Die bundeseigene Deutsche Bahn widersprach den Ergebnissen der Untersuchung nicht, beklagte aber, dass sie einen falschen Eindruck vermittele. In der achtmonatigen Erhebungsphase lägen mehrere Streiktage und der Winter, so ein Bahnsprecher. "Damit verkennt die Studie, dass an den meisten Tagen die Pünktlichkeit wesentlich besser als ermittelt liegt."

Im Jahresdurchschnitt liege die Pünktlichkeitsquote seit Jahren konstant bei mehr als 90 Prozent. Anschlusszüge würden zu über 93 Prozent erreicht. Diese Werte seien "für eines der weltweit komplexesten Bahnsysteme gut". Wie bisher nannte die Bahn auch am Donnerstag keine nach Zugarten oder Zeiträumen gegliederten Zahlen zu den Verspätungen.

Die Warentest-Resultate sind aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn nicht überraschend. Vor allem bei Zügen, die lange Strecken fahren, seien größere Verspätungen "gefühlt auch im Alltag zu erleben", sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann. Grund sei die Überlastung vieler Strecken, zumal Ausweichgleise für langsamere Güterzüge abgebaut worden seien. Elektronische Stellwerke seien teils störanfällig, ebenso ältere Züge. "Die Bahn braucht neue Fahrzeuge", sagte Naumann. Dies gebe der Konzern auch an.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

28.04.2011, 16:50 Uhr

Ich stell mir das gerade vor, da fährt ein Zug von Zürich nach Kiel, der kommt 6 Minuten später als erwartet an - dass ist ja man in der Tat nicht zu dulden.
Im internationlen Vergleich ist die Deutsche Bahn zuverlässig und pünktlich - was soll den dieses Geschwätz.

Oelblase

29.04.2011, 08:10 Uhr

@Michel

Wenn ein Fernzug 6 Minuten zu spät kommt, dann kommen alle Nahverkehrszüge, die aus gleicher Richtung kommen, so 15-30 Minuten zu spät.

D.h. ca. 100 Leute müssen dann warten, damit 10 Leute schneller voran kommen.

Und die Fernzüge kommen immer zu spät.


Aber jedem das sein! Die Nazi-Bahn hat mich genug Nerven gekostet. Jetzt winke ich denen gerne zu, wenn sie wieder mal gestrandet sind - wegen Klimanalagen, zu viel Schnee, zu viel Wind, wegen Überfüllung oder sonst was.

MS2000

29.04.2011, 08:30 Uhr

Warum gibt es keine Erhebung zu Verspätungen im Flugverkehr.
Ich wäre überrascht wenn die Flieger pünktlicher wären. Komisch, dass sich darüber aber niemand aufregt.

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