Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2011

19:33 Uhr

Deutsche Helferin

Mit dem Hebammen-Mobil durch Madagaskar

Madagaskar ist ein Land, das viele nur von den gleichnamigen lustigen Animationsfilmen kennen. Doch die Insel östlich von Afrika ist bitterarm. Eine deutsche Hebamme hilft dort armen Frauen bei der Familenplanung.

Tanja Hock mit Frauen und Kindern vor ihrem Hebammen-Mobil in Antananarivo, Madagaskar. Quelle: dpa

Tanja Hock mit Frauen und Kindern vor ihrem Hebammen-Mobil in Antananarivo, Madagaskar.

Antananarivo„Ausgesetztes Kleinkind von Ratten angefressen“ oder „Säugling von Mutter nach Geburt verlassen“ - Meldungen dieser Art schrecken auf der bitterarmen Tropen-Insel Madagaskar immer wieder auf. Die Deutsche Tanja Hock (32) aus dem unterfränkischen Großostheim lebt seit 2006 in der Heimat von Pfeffer und Vanille. Sie und ihr Mann Gerd, der aus Backnang stammt, finden sich nicht mit dieser Situation ab und haben die Aktion „Mobile Hilfe Madagaskar“ gestartet.  

Eine in Deutschland ausgemusterte mobile Postbank-Filiale erfüllt auf der 8000 Kilometer entfernten Gewürzinsel seit Ende 2009 gute Dienste - als Hebammen-Mobil in der Hauptstadt Antananarivo. „Wir sind komplett autonom“, sagt Tanja Hock, die im Klinikum Aschaffenburg zur Hebamme ausgebildet worden ist. In dem Fahrzeug mit der Aufschrift „Sage-femme mobile“ (mobile Geburtshelferin) und dem Bild des Klapperstorchs befinden sich Klimaanlage, Strom, Wasser und auch ein Brutkasten.  

Derzeit werden etwa 460 Erwachsene und über 1000 Kinder regelmäßig von Hock und ihrem Team betreut. Ehemann Gerd Hock arbeitete zuvor drei Jahre für die Schweizer Heli-Mission auf der viertgrößten Insel der Welt. Seit der Adoption des fünf Monate alten Josia Fanilo im Januar 2007 und später des ausgesetzten Mädchen Fifaliana knüpften die Eheleute Hock viele Kontakte im Land.  

Tanja Hock: „Immer wieder hörten wir, dass Säuglinge im Müll gefunden werden. Das hat unser Herz bewegt und wir haben beschlossen, uns um die vielen obdachlosen Frauen zu kümmern, die abends mit ihren Kindern in den Geschäftseingängen in der Innenstadt von Antananarivo ihr Nachtlager aufschlagen.“ Die Frauen sollen so unterstützt werden, damit sie ihre Babys entweder behalten können oder einen guten Weg finden, sie in sichere Hände zu geben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×