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27.08.2014

10:03 Uhr

Deutsche und Mallorca

„Da möcht' ich auch hin“

Deutsche sind auf Mallorca die größte Touristengruppe. Auch unter den ausländischen Immobilienkäufern sind sie die Nummer eins. Dass die Insel zum „17. Bundesland“ avanciert, ärgert die Einheimischen nicht. Im Gegenteil.

Eine Deutschlandflagge weht am Strand von Arenal auf der Mittelmeerinsel Mallorca: Die Insel wird oft als „17. Bundesland“ bezeichnet. dpa

Eine Deutschlandflagge weht am Strand von Arenal auf der Mittelmeerinsel Mallorca: Die Insel wird oft als „17. Bundesland“ bezeichnet.

Palma de MallorcaAntonio und José sind Deutschland-Fans. Bei der Fußball-WM haben die beiden Spanier zwar ihrem Heimatland und nicht Schweini & Co. die Daumen gedrückt. „Von allen Touristen sind uns die Deutschen aber am liebsten“, versichern die Freunde bei einem Spaziergang am Strand von Palma de Mallorca. Die Endsechziger wissen, wovon sie reden: Sie haben auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen - wie die große Mehrheit der Mallorquiner - nämlich jahrelang in der Tourismus- und Gastronomiebranche gearbeitet.

„Anders als etwa der Engländer, der erst am Ende meckert, wenn man nichts mehr korrigieren kann, sagt der deutsche Gast schnell und höflich, was ihm nicht passt“, führt José einen der Hauptgründe für seine Vorliebe auf. Antonio sitzt neben ihm auf einer Strandmauer, blinzelt in die Nachmittagssonne und nickt zustimmend.

Dass „Malle“ immer schneller immer deutscher wird und man nicht nur am Ballermann, sondern in vielen Regionen des Eilands neben Englisch oft fast nur noch die Sprache Goethes und Schillers hört, freut nicht nur die beiden Rentner. Restaurant-Betreiber Carlos (49) räumt an der Playa de Palma ein: „Natürlich mögen wir die Deutschen auch deshalb, weil sie wie die Engländer unser Einkommen sichern.“ Man habe aber vor allem die „Alemanes“ seit Beginn der Urlaubswelle in den 70er Jahren „auch kennen- und schätzen gelernt.“

Zu den rund vier Millionen Urlaubern aus Hamburg, Hagen, München oder Münster, die jedes Jahr nach Mallorca fliegen, gesellen sich zuletzt immer mehr Deutsche, die auf der Insel eine Immobilie erwerben, um dort komplett oder zumindest zeitweise zu leben.

Nach Zahlen der spanischen Notarkammer, die für die gesamten Balearen gelten, haben die deutschsprachigen Kunden die Briten in der Rangliste der ausländischen Wohnimmobilienkäufer inzwischen überflügelt. Lagen die Briten 2007 noch mit 1058 zu 502 erworbenen Objekten sehr deutlich vorn, änderte sich das Bild bis 2013 mit 1334 zu 694 drastisch zugunsten der Deutschen.

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