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02.06.2016

23:56 Uhr

Deutscher Wetterdienst

Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben - weiteres Todesopfer gefunden

Nach den schweren Gewittern der vergangenen Tage hat der Deutsche Wetterdienst alle Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben. Die Gefahr ist aber nicht ganz gebannt. In Niederbayern finden Einsatzkräfte eine weitere Leiche.

Heftige Niederschläge haben in Simbach für katastrophale Zustände gesorgt. Die Polizei bestätigt, ein weiteres Todesopfer gefunden zu haben. AFP; Files; Francois Guillot

Simbach

Heftige Niederschläge haben in Simbach für katastrophale Zustände gesorgt. Die Polizei bestätigt, ein weiteres Todesopfer gefunden zu haben.

OffenbachDer Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagabend alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst aufgehoben. Allerdings werde weiterhin vor „markanten Gewittern“ in weiten Bereichen Deutschlands gewarnt, teilte der DWD in Offenbach mit.

Die Gewitter sollten sich im Laufe der Nacht zum Freitag zwar weiter abschwächen, dennoch sind örtlich unwetterartige Entwicklungen weiterhin nicht ausgeschlossen, wie es vom DWD weiter hieß. Am Freitag könnte es besonders in Bayern aber wieder zu heftigen Regenfällen kommen, sagte ein DWD-Meteorologe am späten Donnerstagabend. Es würden dann entsprechend neue Warnungen herausgegeben.

Krise, Katastrophe, Katastrophenalarm – wann gilt was?

Begriffserklärung

Die Begriffe Krisen und Katastrophen nach verheerenden Unwettern oder anderen Notsituationen werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft gleichgesetzt. Eine Begriffserklärung.

Krise

Im Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe wird mit dem Begriff Krise eine Lage bezeichnet, bei der Sachschäden drohen oder bereits entstanden sind, und Hilfsorganisationen wie die Feuerwehr diese Lage nicht mehr allein bewältigen können. Eine Krisenlage kann durch Naturereignisse (Stürme, Starkniederschläge, Hochwasser, Waldbrände, Epidemien) ausgelöst werden oder zivilisatorische Ursachen haben – diese reichen von technischem Versagen oder Fahrlässigkeit bei Unfällen und Havarien bis zu Terroranschlägen.

Katastrophe

Sind Gesundheit oder Leben vieler Menschen, deren natürliche Lebensgrundlagen und bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß bedroht, sprechen die Behörden von einer Katastrophe. Für die Bewältigung dieses „Großschadensereignisses“ reichen die normalen technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der betroffenen Gemeinden oder Kreise nicht aus. Zudem erfordert die Abwehr und Bekämpfung die einheitliche Leitung durch die zuständige (Katastrophenschutz-)Behörde.

Katastrophenalarm

Ein Katastrophenalarm (Katal) wird ausgelöst, wenn ein Notfall die besondere Koordination der Hilfskräfte verlangt beziehungsweise für dessen Bewältigung die technischen und finanziellen Mittel oder rechtlichen Befugnisse der normalerweise zuständigen Gemeinden nicht ausreichen. Die Bewältigung von Katastrophen und das Krisenmanagement liegen in Deutschland grundsätzlich in der Verantwortung der 16 Bundesländer. Der Katastrophenfall wird demzufolge entsprechend dem Katastrophenschutzgesetz des jeweiligen Landes festgestellt. Dies war auch im niederrheinischen Hamminkeln der Fall, wo ein Dammbruch am Fluss Issel befürchtet wurde.

In Niederbayern ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen. Am Donnerstagabend sei in Simbach am Inn die Leiche eines 65-Jährigen gefunden worden, teilte die Polizei-Einsatzzentrale Niederbayern mit. Der Mann stamme aus dem Landkreis Rottal-Inn.

Die Zahl der Toten hat sich somit auf insgesamt zehn erhöht. Vier Menschen starben bereits zu Wochenbeginn in Baden-Württemberg, sechs kamen bei dem Hochwasser in Niederbayern ums Leben.

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Von

dpa

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