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24.01.2007

13:10 Uhr

Diagnose: zu faul

Forscher trennen sich von unkooperativem Faultier

Auch für Tiere in der Forschung sind die Leiatungsanforderungen offenbar hoch. Forscher der Universität Jena haben sich jetzt von Faultier namens „Mats“ getrennt, weil es sich nicht für die Wissenschaft bewegen wollte. Jetzt wurde Mats verlegt – an einen Ort, an dem er so faul sein kann, wie er will.

HB JENA. Drei Jahre lang sei vergeblich versucht worden, „Mats“ mit Leckereien wie Gemüse und Obst zu locken, sagte John Nyakatura, Doktorand am Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie an der Thüringer Universität. Er bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Das Faultier sollte an einer Stange entlang klettern; die Wissenschaftler wollten seine Bewegungen filmen und untersuchen. Doch „Mats“ habe keine einzige Filmsequenz möglich gemacht. Mittlerweile lebe das Faultier im Duisburger Zoo.

„Wir haben ihm sogar Nudeln und gekochte Eier gegeben“, sagte der Wissenschaftler. „Das ist etwas besonderes für Faultiere, da sind sie normalerweise auch bereit, etwas dafür zu tun.“ Nicht so „Mats“. „Er hat sich nicht sehr kooperativ gezeigt.“

Die Forscher wollten an „Mats“ die besondere Art der Fortbewegung von Faultieren studieren. „Sie hängen sich mit ihren Kletterhaken an einen Ast und bewegen sich kopfüber“, erklärte Nyakatura. „Das kommt im Tierreich selten vor.“ Die Wissenschaftler wollten mit Hilfe eines Röntgenfilms die Bewegungen von „Mats“ mit denen anderer Tiere vergleichen. Mit der speziellen Technik könne beobachtet werden, was mit Knochen und Gelenken bei Bewegung passiere, sagte Nyakatura.

„Mats“ wurde schließlich in den Duisburger Zoo gebracht. „Da ist es für ihn schöner als bei uns“, sagte der Forscher. Dort hoffen die Pfleger Nyakatura zufolge, dass „Mats“ in seinem hohen Alter von 16 Jahren noch Vater wird. Die Forscher bekamen vom Dortmunder Zoo zunächst für einige Monate zwei andere Faultiere. Sie sollen für „Mats“ einspringen.

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