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16.03.2014

16:01 Uhr

Die Cockpit-Besatzung

Der Familienvater und der Charmeur

Wer hat Flug MH370 vorsätzlich manipuliert und ist stundenlang weitergeflogen? Bislang sind nur zwei Männer an Bord bekannt, die eine Boeing 777 fliegen konnten: der Pilot und der erste Offizier.

Kuala LumpurWährend von der Unglücks-Maschine weiterhin jede Spur fehlt, rücken ein Hobbyheimwerker und ein Charmeur in den Fokus der Ermittlungen – die Cockpit-Besatzung des Fliegers.

Denn nur ein Kenner kann die Maschine vom Kurs abgebracht und ihre Sender ausgestellt haben. Und von den Passagieren an Bord von Flug MH370 sind bisher nur zwei Männer bekannt, die eine Boeing 777 fliegen konnten: Der Pilot und der erste Offizier.

Der Pilot: Zaharie Ahmad Shah

Der glatzköpfige Kapitän hat nach Angaben der Airline seine ganze Berufslaufbahn bei Malaysia Airlines absolviert. In 33 Dienstjahren kam er auf 18 365 Flugstunden. Privat kommt der 52-Jährige in im Internet selbst geposteten Videos, wie in Filmen, die seine Freunde und Verwandten hochgeladen haben, als jovialer, sympathischer „Mann von nebenan“ rüber, etwa als begeisterter Heimwerker.

„Hallo Leute, wir sind hier im Haus meines Sohnes, und hier ist ein undichtes Fenster“, sagt Shah in einem Video und erklärt dann, wie man Fenster dichten kann. „Dieses Video zeigt euch, wie ihr die Stromrechnung reduzieren könnt“, sagt er in einem anderen Video über die Optimierung von Klimaanlagen direkt in die Kamera. Zu sehen ist er dabei vor dem Flugsimulator, den er zu Hause hatte.

Was macht ein Pilot, der so viel Flugerfahrung hat, mit einem Simulator? „Er wollte Freunde an der Lust am Fliegen teilhaben lassen“, zitiert die Zeitung „South China Morning Post“ den Freund, Peter Chong. „Mich hat er auch öfter eingeladen, es auszuprobieren, aber ich bin nie dazu gekommen.“ Jeder Pilot könne seinen Hobbys frei nachgehen, sagte Malaysia Airlines Chef Ahmad Jauhari Yahya auf die Frage, wieso der Pilot einen Simulator zu Hause hatte.

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Shah ist nach malaysischen Medienberichten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder sowie ein Enkelkind. Er gilt als leidenschaftlicher Hobbykoch. Freunde und Verwandte haben eine Fotokollage als Video hochgeladen. „Dies ist Onkel Ari“, heißt es da. Zu sehen ist Shah als Passagier, Shah mit Modellflugzeug und vor allem: Shah als Familienmann, in jungen Jahren mit Schnäuzer und schwarzen Haaren, später glatt rasiert und haarlos.

Shah sei Mitglied der Gerechtigkeitspartei, die die seit der Unabhängigkeit regierende Koalition bei Wahlen immer mehr bedrängt, zitierte die „South China Morning Post“ Chong, der selbst für einen Abgeordneten der Partei arbeitet.

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