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21.12.2016

12:52 Uhr

Die Lage auf den Weihnachtsmärkten

Zwischen Bratwurstbuden und Maschinenpistolen

Deutschlands Weihnachtsmärkte zeigen sich solidarisch mit Berlin. Doch die Stimmung unter Verkäufern und Besuchern ist gekippt. Handelsblatt-Reporter haben sich auf den Märkten in Düsseldorf, Köln und Frankfurt umgehört.

Breitscheidplatz

Sichern und fahnden – So ist die Lage nach dem Anschlag von Berlin

Breitscheidplatz: Sichern und fahnden – So ist die Lage nach dem Anschlag von Berlin

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Düsseldorf/Köln/Frankfurt/MünchenUm Punkt 12 Uhr zieht Monika Pade den Stecker. Von einer Sekunde auf die andere erlöschen die Lichter in den bunten Weihnachtshäusern, die sie an ihrem Stand verkauft. Auch in den Buden neben ihr gehen die Lampen aus. Ein Moment der Stille, der das wuselige Treiben hier am Düsseldorfer Weihnachtsmarkt kurz anhält. „Ich finde das richtig“, sagt Verkäuferin Pade, „wir müssen jetzt zusammenhalten.“ Es ist die erste Reaktion des gesamten Weihnachtsmarktes auf die Tragödie von Berlin.

477 Kilometer Luftlinie ist Düsseldorf von Berlin entfernt. Doch heute fühlen sich Standbetreiber und Besucher auf den Weihnachtsmärkten der Düsseldorfer Altstadt der Bundeshauptstadt so nah wie selten zuvor. Was in Berlin geschah, macht betroffen, schockt. Auch in den übrigen deutschen Städten. Der Ruf nach noch besseren Sicherheitsvorkehrungen wird laut. Und gleichzeitig warnt die Politik vor Panik. Viele Menschen fragen sich: Zuhause bleiben? Sich verschanzen? Oder jetzt erst Recht auf die Straße gehen, Glühwein trinken, Kartoffelpuffer essen und dem mutmaßlichen Terror trotzen?

„Die gute Laune dürfte jetzt nicht mehr so wiederkommen.“ Gertrud Hussla

Maronenverkäufer Hans-Peter Ziegenbalg

„Die gute Laune dürfte jetzt nicht mehr so wiederkommen.“

„Ich lasse mich nicht einschüchtern“, sagt Hans-Peter Ziegenbalg. Er steht an der großen Röstpfanne am Heinrich-Heine-Platz in Düsseldorf und wendet Maronen. „Wie soll denn hier überhaupt ein Sattelschlepper reinrasen? Gegen einen Selbstmordanschlag können wir uns ohnehin nicht schützen.“ Trotzdem ist für ihn alles anders. „Was da passiert ist, das geht unter die Haut“, sagt er. „Ich bin nicht sicher, ob ich die gute Laune wiederfinde, die ich sonst hier habe.“

Um 18 Uhr sollte es bundesweit auf allen Märkten eine Schweigeminute geben. Im Düsseldorfer Rathaus, direkt neben dem bunten Treiben, ist eine Gedenkstätte eingerichtet. Die Stimmung zeugt von Betroffenheit, aber geschlagen gibt sich keiner.

„Wir sind von Breeda gekommen“, sagt eine junge Niederländerin, „es kann jeden treffen. Wir sind jetzt hier und wollen es trotzdem ein bisschen genießen.“ Eine japanische Familie, die gerade Weihnachtsschmuck aus Porzellan studiert, hat noch gar nichts von der Katastrophe gehört. „Wir sind für zwei Wochen hier und werden unsere Reisepläne nicht ändern“, meint Kazuki Fujisaki, als er davon hört. Die Warnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an die Deutschen, ihren Lebensstil nach dem Berliner Anschlag nicht zu ändern, ist fast überflüssig: „Lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen“, hat der Minister am Morgen nach den schrecklichen Ereignissen gesagt. „Weichen wir zurück, dann haben die Feinde der Freiheit schon gewonnen.“

„Die Wahrscheinlichkeit, einem Anschlag zum Opfer zu fallen, ist immer noch sehr gering.“ Gertrud Hussla

Besucher Daniel (links) und Frank Wetzel

„Die Wahrscheinlichkeit, einem Anschlag zum Opfer zu fallen, ist immer noch sehr gering.“

Die zwei Männer neben dem großen Karussell sehen es ähnlich. Sie haben sich schon einen Glühwein geholt. Frank und Daniel Wetzel, Vater und Sohn, feiern ihr Wiedersehen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Krebs erkranke, ist höher, als dass ich einem Anschlag zum Opfer falle“, beruhigt Vater Frank.

Der gebürtige Grieche und langjährige Krefelder Elefteriadis Ibatios meint: „Ich bin 70, wenn ich morgen tot bin, dann ist es eben so.“ Aber kalt lässt ihn das Berliner Ereignis trotzdem nicht: „Ich kam 1970 hierher, seither hat sich die Welt leider sehr verändert.“ Also keine Angst? „Schon irgendwie“, sagt Verkäuferin Pade.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

21.12.2016, 15:00 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

Account gelöscht!

21.12.2016, 15:49 Uhr

"Herr Josemin Hawel"
"Und immer nur geht alles gegen Merkel. Ich finde, dass Handelsblatt sollte etwas gegen krude Propaganda und auch Textmüll wie den von Hoffmann unternehmen."

Das ist ja wohl unerhört.
Da gibt man sich täglich von morgens bis abends die Mühe jeden Artikel,aber auch wirklich jeden zu kommentieren, und zu vielen Themen der Artikel habe ich wirklich keine Ahnung, dann wird man auch noch beschimpft.
Dabei kläre ich die Leute doch nur über Putin und Trump auf, zwei echte Kerle.
Wo wir mit unserem sprechenden Hosenanzug hingekommen sind sieht man ja wohl aktuell.
Danke

Account gelöscht!

22.12.2016, 10:07 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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