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19.01.2010

14:45 Uhr

Die USA und Haiti

Eine lange, komplizierte Liaison

Die enormen Anstrengungen der USA für die Hilfe in Haiti sind nur im historischen Kontext zu erklären. Ein Überblick.

HB MIAMI. Die massive US-Mobilisierung für die Haiti-Hilfe ist die jüngste Episode einer langen, komplizierten Liaison der Supermacht und der Karibik-Nation. Sowohl Militär-Interventionen zur Herstellung von Recht und Ordnung wie Unterstützung für Diktatoren in den Zeiten des Kalten Krieges prägten sie. Seitdem Haiti 1804 dem US- Vorbild folgte und sich als zweite Kolonie vom europäischen Kolonial- Joch befreite hat Washington den Karibik-Staat als Teil seiner Einflusssphäre betrachtet. Dennoch dauerte es 58 Jahre, bis es Haitis Regierung nach dessen Unabhängigkeit von Frankreich anerkannte.

Auch heute noch haben die USA Einfluss im haitianischen Alltag, ob sie jährlich millionenschwere Dollarhilfe ins bitterarme Land pumpen, Druck auf internationale Entwicklungsbanken machen, auf Katastrophen reagieren oder in Zeiten schwerer politischer Krisen Truppen entsenden. Die 10 000 US-Soldaten, die schon in Haiti oder noch vor der Küste sind und für die Überlebenden des schweren Erdbebens mit bis zu 200 000 Toten und Zehntausenden Verletzten humanitäre Hilfe leisten bringen sollen, sind in Haiti vertraute Gesichter.

Zuletzt kamen die US-Marines 2004 ins Land, als der damalige Präsident Jean-Bertrand Aristide inmitten gewaltsamer Unruhen und Korruptionsvorwürfe gegen seine Regierung aus dem Amt gedrängt wurde.

Die Amerikaner kamen gemeinsam mit UN-Friedenstruppen, um die Lage zu beruhigen und beim politischen Übergang zu helfen. Zurück reicht die US-Präsenz in Haiti in die Mitte der 1800er Jahre. Obwohl die USA den Staat zunächst diplomatisch nicht anerkannten - sie fürchten damals ein Übergreifen der Sklavenrevolte, die die französische Kolonialherrschaft beendete - patrouillierten US-Kriegsschiffe in der Karibik zum Schutz des freien Handels.

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