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03.01.2011

16:47 Uhr

Dioxin-Skandal

Niedersachsen schließt rund Tausend Bauernhöfe

Der Fall um mit Dioxin verseuchtes Fleisch und Eier zieht immer weitere Kreise. Während in Nordrhein-Westfalen gut 8 000 Legehennen getötet wurden, schlossen die Behörden in Niedersachsen gut 1 000 landwirtschaftliche Betriebe. Die Quelle ist unterdessen wohl ausgemacht.

Dieser Futterbetrieb wurde offenbar mit verseuchtem Tierfett aus den Niederlanden beliefert. dpa

Dieser Futterbetrieb wurde offenbar mit verseuchtem Tierfett aus den Niederlanden beliefert.

HB HANNOVER. Nach den Dioxin-Funden in Futtermitteln sperrt Niedersachsen vorsorglich rund 1000 landwirtschaftliche Betriebe. Betroffen sind Legehennen-Farmen, Schweine- und Putenzüchter. Die gesperrten Betriebe sollen mit Dioxin belastetes Futterfett bezogen haben. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover sagte am Montag: „Wir legen erstmal alles still. Der Verbraucherschutz geht vor.“ In den betroffenen Betrieben solle nun mit Proben nachgewiesen werden, ob der Dioxin-Grenzwert überschritten werde. In Niedersachsen gibt es nach Ministeriumsangaben mehr als 50 000 landwirtschaftliche Betriebe.

Auch in Sachsen-Anhalt haben mindestens vier Agrarbetriebe mit Dioxin belastetes Futter erhalten. Das teilte am Montag das Agrarministerium in Magdeburg mit. Die Höfe seien vorsorglich gesperrt worden. Die 55 Tonnen verseuchter Futterfette seien von einem Betrieb im Kreis Anhalt-Bitterfeld zu 1000 Tonnen Futtermittel verarbeitet worden, das mittlerweile komplett verfüttert worden sei. Ob Schweine und Hühner mit Dioxin belastet seien, solle bei Schlachtungen geklärt werden.

Zuvor waren bei immer mehr Höfen und Betrieben in Deutschland wird mit Dioxin belastetes Futter gefunden. Am Montag wurde zunächst ein Fall in Thüringen bekannt. Eine Schweinezuchtanlage habe 52 Tonnen belastetes Futter von einem Werk aus Sachsen-Anhalt bekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit. Ob die Lieferung schon verfüttert wurde, stand zunächst nicht fest. Das niedersächsische Agrarministerium rechnete mit weiteren Funden.

In Nordrhein-Westfalen wurden 8000 Legehennen getötet, die mit Dioxin verseuchtes Futter gefressen hatten. Die Tiere einer Hühnerfarm im Kreis Soest sollten nach Auskunft des Kreisveterinärs Wilfried Hopp verbrannt werden. Er rechnet damit, dass etwa 120 000 dioxinbelastete Eier des Betriebes in den Verkauf gelangt sind. „Wir bekommen noch einige Tausend aus dem Handel zurück.“

Kommentare (1)

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Margrit Steer

03.01.2011, 21:39 Uhr

Und immer wieder verseuchtes Tierfutter.
Warum müssen unsere Tiere laufend mit Kunstfutter gefüttert werden?
Zurück zur alten wirklichen Landwirtschaft zum Wohl des Verbrauers sollte endlich die Devise sein.
Unsere bauern sind doch längst keine bauern mehr, sie sind Handlanger der kriminellen EU und sie sind doch auch keineswegs mehr selbständig. Sondern im Grunde genommen Gehaltsbezieher.
So kann es nicht weiter gehen.
Wir brauchen keine Hühnerfarmen mit 80.000 Hühnern.
Es wird höchste Zeit, dass in Deutschland ein Umdenken stattfindet und die Devise lauten sollte "zurück zu unseren Wurzeln"
Wir haben früher gesünder gelebt, weil unsere bauern noch bauern waren und ordentliche und gesunde Sachen lieferten

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