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17.05.2012

20:17 Uhr

Disco-Queen

Donna Summer mit 63 Jahren gestorben

Sie war Disco-Queen und Sex-Göttin, ihre Hits kennen Menschen rund um den Erdball: Donna Summer. Jetzt ist die US-Sängerin, die eigentlich LaDonna Andrea Gaines hieß, mit 63 Jahren gestorben.

Disco-Queen Donna Summer ist tot

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New YorkMit fetzigen Hits wie „Hot Stuff“, „Bad Girls“ und „She Works Hard for the Money“ war Donna Summer unbestritten die Disco-Queen der 70er und frühen 80er Jahre. Ihre Songs liefen in Tanzschuppen, Clubs und Hitparaden rund um die Welt rauf und runter. Diese Ära ist längst vorbei. Doch die schwarze US-Sängerin, die am Donnerstag im Alter von 63 Jahren an Krebs starb, gehörte mit ihrer sexy Stimme bis heute zu den Stars der Szene.

Mit ihrer Mischung aus R&B, Pop, Funk, Soul und Rock habe sie eine neue Form internationaler Popmusik geschaffen, urteilte das Fachmagazin „Rolling Stone“ einmal. „Madonnas Karriere ohne Summer und die „Bad Girls“? Undenkbar!“ Ihr Album „Crayons“, das im Mai 2008 erschien, enthielt selbstbewusst den Titel „The Queen Is Back“.

Ein Sprungbrett für Summers steile Karriere war Deutschland. Weil die mit sechs Geschwistern in einer frommen christlichen Familie in Boston aufgewachsene LaDonna Adrian Gaines (so ihr bürgerlicher Name) in New York keine Anstellung fand, nahm sie 1968 eine Rolle in dem Musical „Hair“ in München an. Acht Jahre blieb sie beruflich in Bayern. Sie lernte Deutsch, heiratete ihren ersten Mann, den Österreicher Helmuth Sommer (von dem ihr späterer Künstlername Summer stammt), und kam mit ihrem langjährigen Produzententeam Giorgio Moroder und Pete Bellotte zusammen.

Donna Summer wurde mit Hits wie „Hot Stuff“ oder „Love to Love you“ bekannt. dapd

Donna Summer wurde mit Hits wie „Hot Stuff“ oder „Love to Love you“ bekannt.

Gleich ihr erster Hit 1975 wurde ein internationaler Skandal: In „Love to Love You Baby“ stöhnt sie sich 17 Minuten lang hocherotisch zu Disco-Musik durch den Song. Das „Time“-Magazin berichtete, für die Aufnahme hätten 22 Orgasmen simuliert werden müssen. Summer bekam das Etikett Sex-Göttin verpasst, mehrere Sender verbannten das Stück aus ihrem Programm. Nach der Rückkehr in die USA folgten weitere Hits wie „I Feel Love“, „No More Tears“, „On the Radio“ und „Last Dance“, der Oscar-prämierte Titelsong aus dem Musikfilm „Thank God It's Friday“. Mit fünf Grammys, drei aufeinanderfolgenden Nr.-1-Platin-Alben und mehr als 130 Millionen verkauften Platten wurde Summer zum Weltstar.

Doch der Ruhm hatte seinen Preis. Auf dem Zenit ihres Erfolgs versuchte Summer, sich das Leben zu nehmen: Der Karrieredruck, das Auseinanderbrechen ihrer Ehe und eine folgende traumatische Beziehung hatten sie in tiefe Depressionen gestürzt. Als sie aus dem Fenster eines Hotels am New Yorker Central Park springen wollte, verfing sie sich allerdings im Vorhang und wurde vom Zimmermädchen gerettet. In ihrer Autobiografie berichtet sie über diese Erfahrung, die sie später zu einer „wiedergeborenen Christin“ machte. „Wir alle erfahren Leid. Ich auch“, bekannte sie.

Mehr als 30 Jahre war Summer mit ihrem zweiten Mann, dem Sänger und Songschreiber Bruce Sudano, verheiratet. Neben den zwei gemeinsamen Töchtern hat sie noch eine Tochter aus erster Ehe und mehrere Enkelkinder. Der Zeit als Disco-Queen trauerte die Sängerin nicht nach. Das Diva-Image sei unecht gewesen, sagte sie einmal selbstkritisch. „An einem gewissen Punkt habe ich angefangen, den Schein abzulegen und die Menschen damit zu konfrontieren, wer ich wirklich bin.“

Wie Summers Sprecher Brian Edwards bestätigte, starb die Sängerin an Krebs. Der Weltstar hatte das geheim gehalten und bis zuletzt an einem neuen Album gearbeitet. „She Works Hard“ gilt manchmal auch für eine Königin.

Von

dpa

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