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09.10.2012

12:46 Uhr

Dominique Strauss-Kahn

Ein Berater, bei dem Frauen hellhörig werden

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bastelt an der Karriere nach der Karriere. Mit einer Beratungsfirma möchte der Franzose wieder Fuß fassen. Doch die Vergewaltigungsvorwürfe hängen DSK nach – ein Problem fürs Geschäft?

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn versucht sich als Berater. dapd

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn versucht sich als Berater.

New York/DüsseldorfWären Top-Managerinnen dazu bereit, mit der neuen Beratungsfirma von Dominique Strauss-Kahn zusammenzuarbeiten? Die Antwort auf diese Frage ist ein überwältigendes „Vielleicht“.

Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte seinen Posten im vergangenen Jahr niedergelegt, um sich gegen Vorwürfe zu verteidigen, er habe ein Zimmermädchen in einem Hotel in Manhattan sexuell belästigt. Das Strafverfahren wurde später fallengelassen, doch das vermeintliches Opfer hat eine Zivilklage gegen den 63-Jährigen angestrengt. Unabhängig davon stellte die Staatsanwaltschaft im französischen Lille am 2. Oktober Untersuchungen ein, bei denen es um die Vergewaltigung einer Prostituierten 2010 in Washington ging. Als Helfer verdächtig waren in diesem Fall sogar gleich mehrere Männer. Alles in allem jedoch keine Glanzpunkte – und Vorwürfe, die sich selbst auf berufliche Beziehungen zu weiblichen Geschäftspartnern auswirken könnten.

Denn um sich wieder eine Karriere aufzubauen, hat DSK, wie er in Frankreich genannt wird, im September eine Beratungsfirma mit dem Namen Parnasse eintragen lassen. Vom Know-How des einstigen IWF-Chefs profitieren? Eigentlich eine gute Sache. Aber internationale Top-Managerinnen sind sich nicht darüber einig, ob sie mit Strauss-Kahn zusammenarbeiten könnten.

„Als Frau bin ich der Ansicht, dass ihm eine zweite Chance gegeben werden sollte”, sagt zum Beispiel Carmen Kervella, Gründerin von aHeadland, einer Firma für Marken-Strategie mit Sitz in Paris. Sie zählt Christian Dior, Chanel und Guerlain zu ihren Kunden. „Seine Fähigkeiten wurden nie angezweifelt. Ich kann ihn mir in der Beratung großer Fusionen und Übernahmen oder für die Zusammenarbeit von Unternehmen mit der Regierung vorstellen.“

Andere weibliche Spitzenkräfte sind allerdings der Ansicht, dass eben diese Fähigkeiten durch die Anschuldigungen gegen ihn in den Schatten gestellt werden. „Charakter, ethische Standards, Integrität und Führungsqualitäten müssen das übertreffen, was jemand vielleicht noch mit an den Verhandlungstisch bringt, wie etwa Kompetenz und wichtige Kontakte“, erläutert Natasha Srdoc, Co-Gründerin von International Leaders' Summit, im Telefoninterview aus Washington.

Kommentare (1)

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Kelch-Krohn

10.10.2012, 12:26 Uhr

Strauß-Kahn gehen Sie in Rente. Die Welt braucht solche Typen wie Sie garantiert nicht.

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