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21.08.2013

01:36 Uhr

Dossenheim

Drei Tote nach Schießerei im Vereinshaus

Ein Mann schießt bei einer Eigentümerversammlung in Dossenheim in einem Vereinshaus wild um sich, tötet und verletzt andere. Dann richtet er die Waffe gegen sich selbst. Die Hintergründe liegen zunächst im Dunkeln.

Bei Heidelberg

Drei Tote bei Schießerei in Vereinslokal

Bei Heidelberg: Drei Tote bei Schießerei in Vereinslokal

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DossenheimNach einem Streit in einer Gaststätte in Dossenheim bei Heidelberg hat ein Mann am Dienstagabend ein Blutbad angerichtet. Wie die Heidelberger Polizei mitteilte, erschoss der Mann erst zwei Menschen und tötete sich anschließend selbst. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Der Mann sei am Dienstag des Raumes verwiesen worden, kam aber mit einer Pistole wieder und eröffnete das Feuer, wie Polizeisprecher Tobias Keilbach in Heidelberg der Nachrichtenagentur dpa sagte. „Im Anschluss hat sich der Täter selbst erschossen“, sagte der Sprecher weiter. Die Versammlung hatte im Raum eines Dossenheimer Sportvereins stattgefunden.

„Der genaue Hintergrund, die Motive und der genaue Ablauf der Tat sind noch unklar“, sagte der Polizeisprecher. Von einem Amoklauf wollte der Polizeisprecher zunächst nicht sprechen, während die Feuerwehren der Metropolregion Rhein-Neckar auf ihrer Facebook-Seite das Wort „Amoklauf“ benutzten.

Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mit. Einer von ihnen musste wegen seiner schweren Verletzungen per Hubschrauber in die Klinik geflogen werden. Andere Teilnehmer der Versammlung mussten psychologisch betreut werden. Sie waren zunächst nicht vernehmungsfähig. Seelsorger waren auch ziemlich rasch am Ort.

Spektakuläre Geiselnahmen in Deutschland

April 2013

Nach zehnstündigem Nervenkrieg beendet die Polizei eine Geiselnahme in einer Kölner Kindertagesstätte. Ein Mann war in die Kita eingedrungen und hatte den Leiter der Einrichtung als Geisel genommen. 17 Kinder und ihre Gruppenleiterinnen konnten flüchten. Die Ermittler vermuten Geldsorgen als mögliches Tatmotiv.

März 2013

Nach zwölf Stunden geht eine Geiselnahme im thüringischen Gefängnis Suhl-Goldlauter unblutig zu Ende. Der Häftling wird von einem Spezialeinsatzkommando überwältigt. Eine Justizbeamtin, die der Gefangene am Vortag als Geisel genommen hatte, bleibt unverletzt.

Juli 2012

Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Karlsruhe kommt es zu einem Geiseldrama mit fünf Toten. Der Täter erschießt seine Lebensgefährtin, den Gerichtsvollzieher und zwei weitere Männer. Dann tötet er sich selbst. Als ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung stürmt, sind die Opfer bereits tot.

Juni 2010

Eine Filiale der Modekette H&M in Leipzig wird überfallen. Ein Mann nimmt elf Kunden und Angestellte als Geiseln. Nach einigen Stunden gibt er auf. Später stellt sich heraus, dass der kranke Mann mit seiner Tat einen vermeintlichen Ärztepfusch anprangern wollte.

Januar 2007

Zwei 17-Jährige töten bei einem Überfall im Ort Tessin (Mecklenburg-Vorpommern) ein Ehepaar und nehmen ein 15-jähriges Mädchen als Geisel. Nach einer missglückten Flucht kann die Polizei sie zur Aufgabe überreden.

Oktober 2006

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei beendet in Königstein im Taunus eine Geiselnahme. Die Polizisten schießen einem psychisch kranken Mann in die Schulter, der eine Nachbarin in seine Gewalt gebracht hatte.

September 2004

Ein mehrstündiges Geiseldrama nimmt in Neuss bei Düsseldorf ein blutiges Ende. Mit einem Kopfschuss tötet ein Polizist den Täter, der seine Lebensgefährtin in seine Gewalt gebracht hatte.

Die Eigentümerversammlung tagte im Raum des Vereines TSG Germania 1889 Dossenheim. Der Vereinspräsident Willi Ortlipp zeigte sich sehr bestürzt. „Ich fühle mich ganz mies und schlecht“, sagte er. Ortlipp war kurz zuvor nach einer CDU-Wahlkampfveranstaltung auf dem Vereinsgelände mit der Bundesbeauftragten für Integration, Maria Böhmer, nach Hause gegangen und wieder herbeigeeilt. Seinen Angaben zufolge waren um die zehn Teilnehmer bei der Eigentümerversammlung. Insgesamt 50 Vereinsmitglieder und Gäste waren demnach zum Tatzeitpunkt auf dem großen Areal, darunter auch Kinder.

Noch Stunden nach dem Vorfall war der genaue Hergang unklar. Zunächst hatte es geheißen, die Schüsse seien in der Gaststätte des Sportvereins gefallen, später hieß es jedoch von der Polizei, es habe sich um einen Raum über dem Lokal gehandelt.

Mehrere Menschen hatten sich demnach in der Vereinsstätte zu der Versammlung von Eigentümern, vermutlich von Wohnungen, getroffen. Die Beamten gingen zunächst davon aus, dass es keinen direkten Zusammenhang der Tat mit dem dortigen Sportverein gibt.

Von

dpa

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