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29.01.2010

11:08 Uhr

Drama in Machu Picchu

800 Peru-Urlauber harren im Schlamm aus

Rund im die peruanische Ruinenstadt Machu Picchu sitzen Hunderte Urlauber nach Erdrutschen fest. Heute sollen weitere Menschen ausgeflogen werden – wenn das Wetter mitspielt. Eine Flasche Wasser kostet im Touristenort mittlerweile das Fünffache des üblichen Preises.

HB LIMA. Nach einer Wetterbesserung sind erneut hunderte in der Umgebung der peruanischen Inka-Ruinenstadt Machu Picchu gestrandete Touristen ausgeflogen worden. Rund 1.400 Menschen konnten am Donnerstag mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden, wie das Tourismusministerium mitteilte. Die noch verbliebenen 800 Urlauber sollten voraussichtlich im Laufe des Freitags ausgeflogen werden, falls es das Wetter zulasse.

Nach Unwettern und Erdrutschen sitzen nach wie vor hunderte Urlauber in der Umgebung der peruanischen Inka-Ruinenstadt Machu Picchu fest. Der Inka-Pfad, über den Touristen innerhalb von vier Tagen nach Machu Picchu wandern können, ist seit Dienstag gesperrt, auch die einzige Zugverbindung ist unterbrochen. Mit Hubschraubern sollen die Gestrandeten nach und nach ausgeflogen werden. Doch auch die Evakuierung wurde durch den anhaltenden Regen erschwert.

„Es herrscht Chaos“, sagte die Argentinierin Alicia Casas dem Fernsehsender Canal N. „Wir haben nichts zu essen, wir haben kein Wasser, wir haben keine Decken.“ Viele der betroffenen Touristen klagten darüber, dass das knappe Angebot die Preise in die Höhe treibe. So soll in Machu Picchu Pueblo, einer 4 000 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe der Ruinen, eine Flasche Wasser mittlerweile 3,50 Dollar kosten - das Fünffache des üblichen Preises.

Nach Angaben von Außenminister José Antonio Garcia Belaunde saßen am Donnerstag rund 1 500 bis 1 600 Touristen fest - Tendenz steigend, da sich viele bereits auf den Weg gemacht hatten, bevor der Inka-Pfad gesperrt wurde. „Alle sind in Sicherheit, wenn es offenkundig auch ungemütlich ist“, sagte er. „Sie schlafen in Zelten, und das Essen kommt verspätet an, aber das Wichtigste ist doch, dass sie sicher sind.“

Erdrutsche haben in den vergangenen Tagen in der Region Cuzco insgesamt fünf Menschen das Leben gekostet. Unter den Opfern sind eine argentinische Touristin und ihr Führer, die am Dienstag auf dem Inka-Pfad unter Schlamm- und Geröllmassen begraben wurden. Auch die Bahnlinie, die nach Machu Picchu führt, musste wegen eines Erdrutsches gesperrt werden.

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