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29.01.2003

12:57 Uhr

Drei Frauen vor Fitness-Studio erschossen

Morgen-Grauen in Telgte

Im beschaulichen nordrhein-westfälischen Städtchen Telgte herrscht seit Mittwochmorgen das Grauen: Drei Frauen sind in der Nacht vor einem Fitness-Studio von einem oder mehreren Unbekannten erschossen worden. Ein Motiv ist Stunden nach der Tat nicht zu erkennen.

HB/dpa TELGTE/MÜNSTER. „Unglaublich - schrecklich“, entfährt es der Verkäuferin in einem Supermarkt-Backshop nur einen Steinwurf von der „World of Fitness“ des betroffenen Fit&Fun Studios entfernt. Kunden hat sie an diesem Morgen nicht, „außer der Polizei natürlich“. Die hat das Gelände um den Tatort weiträumig abgesperrt und sucht nach Spuren.

„Wir haben bisher keinerlei Hinweis auf einen Hintergrund“, sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer bei einem Besuch am Tatort mitten in einem Gewerbegebiet am Stadtrand. Kurz zuvor sind die beiden Leichen der 30 und 39 Jahre alten Opfer in Särgen weggebracht worden. Das dritte Opfer, eine 34-Jährige, hatte noch gelebt, als ein Mann die Frauen gegen 2.00 Uhr nachts entdeckte. Die Frau starb jedoch wenig später im Krankenhaus. Alle drei Opfer, darunter eine Türkin, waren bei dem Fitness-Studio als Putzfrauen tätig.

Das Fehlen eines erkennbaren Motivs ruft bei den Telgtern an diesem kalten, regnerisch-trüben Morgen schlimme Assoziationen hervor: an den, wie manche sagen, „Verrückten“, der wochenlang in US- amerikanischen Städten mit tödlichen Schüssen auf Passanten für Angst gesorgt hatte, bis die Polizei schließlich zwei Tatverdächtige stellte. „Wenn jetzt auch hier jemand grundlos schießt...“, sagt eine ältere Bürgerin, die an der Polizeiabsperrung mit dem Fahrrad kurz stoppt. Angst und Schrecken sind ihr ins Gesicht geschrieben.

Spurensicherer in weißen Schutzanzügen hocken derweil an der Stelle auf dem Parkplatz, an der noch vor wenigen Stunden die toten Frauen lagen. Eine Hundertschaft von Polizisten durchsucht mit Hunden die unmittelbare Umgebung des Fitness-Studios, das zwischen Autohäusern, einem Supermarkt und nur wenigen Wohnhäusern liegt. Andere Beamte befragen die Nachbarn. Gesehen hat offenbar niemand etwas. „Mindestens sechs bis sieben Schüsse“ will ein Anwohner nach unbestätigten Angaben gehört haben. Als Ex-Soldat kenne er sich aus.

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