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04.06.2011

16:59 Uhr

Dresden

Die Politik bestimmt den Kirchentag

Der Evangelische Kirchentag in Dresden neigt sich dem Ende zu. Die Kanzlerin spricht über eine neue Weltordnung, die Bischöfe reden über die Ökumene, und die Veranstalter darüber, wie inspirierend alles war.

Kirchentags-Besucher bei der Veranstaltung "Meister des Lebens - interspiritueller Dialog". Quelle: dpa

Kirchentags-Besucher bei der Veranstaltung "Meister des Lebens - interspiritueller Dialog".

DresdenMit einem Veranstaltungsreigen zu Politik, Glaube und Gesellschaft ist der 33. Evangelische Kirchentag in Dresden in die Zielgerade gegangen. Einen Tag vor dem Abschlussgottesdienst zogen die Veranstalter am Samstag eine positive Bilanz. „Der Kirchentag hat gezeigt: Es gibt eine neue Lust auf Theologie“, meinte Präsidentin Katrin Göring-Eckardt. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wandte sich entschieden gegen die Diskriminierung von Christen in aller Welt. Es sei nicht akzeptabel, dass Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt und verfolgt würden, sagte sie auf einem Forum zum Thema „Braucht die Welt eine neue Weltordnung?“. 

Die führenden Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirche unterstrichen ihren Willen zur Ökumene, sehen hier aber eher größere Zeithorizonte. „Wir brauchen die Geduld - was wir gemeinsam machen, muss auch theologisch begründet sein“, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. „Wenn wir warten, bis wir alle Probleme gelöst haben, sind wir im Reich Gottes zusammen“, ergänzte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider.

Mit Blick auf die Christenverfolgung in vielen Staaten sagte Merkel: „Da reichen wir als Christen die Hand allen anderen Religionen zu einem Dialog. Aber wir erwarten auch, dass das, was bei uns zu Hause selbstverständlich ist, auch für alle anderen Christen in allen Ländern dieser Welt gilt.“

Zugleich sprach sich die Bundeskanzlerin in einer Dresdner Messehalle vor knapp 5000 Zuhörern dafür aus, Wachstum nicht nur am Bruttoinlandsprodukt zu bemessen. Es müsse auch um Faktoren wie Klimaschutz, Friedenssicherung, Menschenrechte und Religionsfreiheit gehen. Alle Menschen auf der Welt sollten ihre Chance bekommen.    

Merkel forderte außerdem eine Reform des UN-Sicherheitsrates, in den mehr Mitglieder aufgenommen werden müssten. Zudem verteidigte sie vor dem Hintergrund der Flüchtlingswelle aus Nordafrika die EU-Flüchtlingspolitik - konkret die Ablehnung, tunesische Migranten nach den Umwälzungen in deren Heimatland in Europa aufzunehmen.

Kommentare (4)

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GeKo

04.06.2011, 17:41 Uhr

Die (Tages-) Politik bestimmt den Kirchentag. Diese Überschrift zeigt deutlich den Charakter der Veranstaltung. Grundsatzfragen des Glaubens, der Ethik, der speziellen evangelischen Ziele stehen nicht im Vordergrund - dies ist sehr bedauerlich. Hier muss dringend ein Umdenken erfolgen, sonst wird es "beliebig" = austauschbar.

Account gelöscht!

04.06.2011, 20:23 Uhr

kein Kommentar! nur Hoffnung auf Religionsfreiheit, die vielleicht auch für Ungläubige gültig ist. Dabei glaube ich an die Evolution, zumindest nach dem Big Bang, wie der Papst.
Die Politik bestimmt nicht den Kirchentag, sondern der Glauben die Politik; der Glauben an die Priorität der Politik.Ob das intelligente Evolution ist?

Account gelöscht!

04.06.2011, 22:53 Uhr

Fehlte da nicht auch oder gerade ein Blick auf den Würgegriff unserer Finanzmaffia:
"... Die Politik hat sich von der Finanzwirtschaft am Nasenring über die Weltbühne ziehen lassen. Die Finanzwirtschaft hat ihre Interessen in Milliarden-Höhe bei der Politik durchgesetzt. Zu diesem Ergebnis kam die vom US-Kongress eingesetzte Kommission zur Aufklärung der Umstände, die zur Finanzkrise geführt haben." http://bit.ly/kuwUAe

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