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30.12.2011

15:49 Uhr

Dringender Tatverdacht

Zwei Brüder sollen Polizistenmord verübt haben

Den Mord an einem Augsburger Polizisten sollen zwei Brüder verübt haben. Eine DNA-Spur belastet einen der Männer schwer, außerdem wurden bei den beiden rund 20 Schusswaffen gefunden. Es besteht dringender Tatverdacht.

Das Grab des ermordeten Polizisten Mathias V. Zwei Monate nach dem Augsburger Polizistenmord haben die Fahnder zwei Tatverdächtige gefasst. dapd

Das Grab des ermordeten Polizisten Mathias V. Zwei Monate nach dem Augsburger Polizistenmord haben die Fahnder zwei Tatverdächtige gefasst.

AugsburgFür den Mord an einem Polizisten in Augsburg sollen zwei Brüder verantwortlich sein. Die 56 und 58 Jahre alten Männer werden dringend des gemeinschaftlichen Mordes verdächtigt, wie die Ermittler am Freitag in Augsburg mitteilten. Der 56-jährige Hauptbeschuldigte wurde in den 70er Jahren bereits wegen des Mordes an einem Polizeibeamten verurteilt.

„Es spricht sehr viel dafür, dass wir die feigen Polizistenmörder gefasst haben“, sagte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). Es gelte aber für beide Verdächtige die Unschuldsvermutung. Laut dem Leiter der in dem Fall eingesetzten Sonderkommission, Klaus Bayerl, konnte eine DNA-Spur vom Tatort „zweifelsfrei“ einem der Männer zugeordnet werden. Bei den beiden Männern seien zudem rund 20 Schusswaffen beschlagnahmt worden. Die mutmaßlichen Täter seien zuletzt „mit großer Akribie“ überwacht worden, sagte Bayerl.

Der Hauptbeschuldigte wurde laut Merk mit 19 Jahren wegen des Mordes an einem Polizisten verurteilt. Nach mehr als 19 Jahren Haft sei er vom Landgericht Karlsruhe frei gelassen worden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, wenn es sich bei ihm um den Täter handeln sollte, erwarte er, „dass er für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleibt.“

Der Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz geht nach eigenen Worten davon aus, dass den 56-Jährigen bei einer Verurteilung „mit größter Wahrscheinlichkeit“ eine lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung erwartet. Auch sein Bruder müsse mit einer lebenslangen Haft rechnen.

Die beiden Männer waren am Donnerstag festgenommen worden. Der brutale Mord an einem 41-jährigen Polizisten Ende Oktober hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die beiden Brüder sollen den bisherigen Ermittlungen zufolge in der Tatnacht mit drei Schusswaffen bewaffnet auf einem gestohlenem Motorrad unterwegs gewesen sein. Sie nähmen an, dass die Männer einen Raubüberfall geplant hätten, sagte Nemetz. Dazu sei es nicht gekommen, weil der 41-jährige Beamte und seine 30 Jahre alte Kollegin die beiden Männer auf einem Parkplatz kontrollieren wollten.

Die Verdächtigen flüchteten daraufhin und stürzten auf der Flucht schließlich mit dem Motorrad. Aus der Dunkelheit sei dann plötzlich auf die Polizisten das Feuer eröffnet worden, sagte Nemetz. Der 41-Jährige starb noch am Tatort, seine Kollegin wurde verletzt.

Von

afp

Kommentare (2)

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Wandel-der-Gesellschaft

30.12.2011, 16:18 Uhr

Ich fände es legitim im Erwachsenenstrafrecht (also keine Jugendsachen), dort wo die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, d.h. bei schweren Wiederholungsstraftaten, mehrfachen Morden, schwere Vergewaltigung/Mord von Kindern, und die Schuldfrage eindeutig geklärt ist (also nicht in Indizienprozessen wo mögliche Zweifel bestehen), die Todesstrafe Anwendung finden würde, statt den Abschaum der Gesellschaft zum Schutz der Allgemeinheit für 20 Jahre zu Lasten der Steuerzahler durchzufüttern! Wenn für Leute in der Gesellschaft kein Platz ist, weil von ihnen unberechenbare Gefahr ausgeht, ist Wegsperren auch keine Lösung. Es kann doch auch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass es humaner sei einen Menschen bis ans Lebensende in einen Käfig einzusperren.

Bund_der_Steuerzahler

30.12.2011, 16:28 Uhr

Lt. Uni Siegen kostet die Haftunterbringung 90 EUR pro Tag, also x 365 = 32.850 EUR pro Jahr.

Pro Häftling bedeutet dies für den Steuerzahler:
- 20 Jahre = 657.000 EUR
- 25 Jahre = 821.250 EUR
- 30 Jahre = 985.500 EUR

http://www.uni-siegen.de/fb5/rechtswissenschaften/froeschle/downloads/sonstiges/pdfs/strafvollzug.pdf

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