Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.08.2013

16:59 Uhr

Dritte Tote

Verurteilter Doppelmörder erneut vor Gericht

Der 42-jährige Angeklagte verbüßt bereits die Höchststrafe in Deutschland – lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung wegen zweifachen Mordes. Nun steht er erneut vor Gericht. Er könnte ein drittes Opfer ermordet haben.

Der bereits zur Höchststrafe verurteilte Doppelmörder Gabor Torsten S. (2.v.l.) wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal des Landgerichtes Halle/Saale geführt. Der 42-jährige muss sich erneut wegen eines Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 2007 eine Bekannte aus der Schweiz getötet zu haben. dpa

Der bereits zur Höchststrafe verurteilte Doppelmörder Gabor Torsten S. (2.v.l.) wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal des Landgerichtes Halle/Saale geführt. Der 42-jährige muss sich erneut wegen eines Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 2007 eine Bekannte aus der Schweiz getötet zu haben.

Halle/ZugEin zur Höchststrafe verurteilter Doppelmörder muss sich wegen eines dritten Mordes vor dem Landgericht Halle verantworten. Der 42-Jährige soll laut Anklage 2007 eine Bekannte aus der Schweiz nach Sachsen-Anhalt verschleppt und getötet haben - aus Habgier oder, um eine andere Straftat zu vertuschen. In der Nähe hatte er ein Jahr später eine Frau und deren Arzt umgebracht, um an die EC-Karte der Seniorin und das Auto des Mannes zu kommen. 2010 wurde er dafür zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Doppelmörder von Mansfeld steht nun seit Montag wieder vor Gericht, der Prozess soll voraussichtlich bis Oktober dauern.

Teile des Skeletts seiner toten Bekannten wurden 2011 nahe Mansfeld gefunden. Der Angeklagte, der früher in der Schweiz gelebt hatte, hatte zwischenzeitlich ausgesagt, die Frau sei bei einem Streit aus dem Auto gefallen - es sei ein Unfall gewesen. Er habe die Leiche im Rhein versenkt. Mit mehreren Hundertschaften suchte die Polizei nach der Frau - vergeblich. Bis heute bestreite er einen Mord an der Frau, sagte ein Sprecher des Landgerichts.

Vor Gericht schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Er werde sich nicht äußern, sagte sein Verteidiger. Der Mann war von Justizbediensteten in Hand- und Fußfesseln in den Verhandlungssaal 141 gebracht worden. Er trug eine schwarze Sonnenbrille und eine Kappe über grauem Haar, das zu einem Pferdeschwanz gebunden war. Bei der Verlesung der Anklageschrift zeigte er keine Regung.

Dossenheim: Drei Tote nach Schießerei im Vereinshaus

Dossenheim

Drei Tote nach Schießerei im Vereinshaus

Ein Mann schießt bei einer Eigentümerversammlung in Dossenheim in einem Vereinshaus wild um sich, tötet und verletzt andere. Dann richtet er die Waffe gegen sich selbst. Die Hintergründe liegen zunächst im Dunkeln.

Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, er habe die 47-Jährige zwischen dem 23. und 24. Juni 2007 mit dem Auto nach Deutschland gebracht, in einem unwegsamen Waldstück im Südharz an einen Baum gefesselt und getötet. Die Frau sei wahrscheinlich erstickt worden - mit einer Plastiktüte über dem Kopf, sagte Staatsanwalt Hendrik Weber. Der Angeklagte hatte den Angaben zufolge bei der Frau in Rotkreuz im Kanton Zug gewohnt, unter falschem Namen.

Die Ermittler fanden bei ihm unter anderem die Geld- und Kreditkarte, Papiere, Schlüssel sowie Bekleidung der Frau, wie es hieß. Die Plastiktüte trug nach Angaben Webers die Aufschrift eines Schuhgeschäfts aus dem Wohnort der Frau. Mit Hilfe von DNA-Spuren sei die Leiche identifiziert worden. Diese hatten Forstarbeiter im dichten Unterholz in dem Waldstück „Wolfsgrube“ bei Saurasen nahe Mansfeld gefunden. An einem gefällten Baum fanden sie einen Strick.

Nach Angaben von Gerichtssprecher Wolfgang Ehm droht dem verurteilten Doppelmörder erneut lebenslange Haft. Die getötete Frau hinterlässt einen Sohn, er war 2007 erst neun Jahre alt. Der von ihr getrennt lebende Ehemann hatte sie einen Tag nach ihrem Verschwinden bei der Polizei in der Schweiz als vermisst gemeldet. Die Verkäuferin sei am 23. Juni 2007 nach Dienstschluss gegen 17.30 Uhr in das Auto des Angeklagten gestiegen.

Der Prozess wird am Donnerstag mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt und soll voraussichtlich bis 17. Oktober dauern.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wolfsfreund

27.08.2013, 12:59 Uhr

" In der Nähe hatte er ein Jahr später eine Frau und deren Arzt umgebracht, um an die EC-Karte der Seniorin und das Auto des Mannes zu kommen. 2010 wurde er dafür zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt."
---
und jetzt noch ein möglicher, dritter Mord? Was sollen solche Schmuseurteile mit Gesamtstrafenbildung, die bei "positiver Sozialprognose" eben NICHT lebenslänglich bedeutet?
3(?) Raubmorde!
Heißt 3-mal lebenslänglich!
Muß heißen: Die Strafen sind *nacheinander* anzutreten.
Und Ende der Diskussion!
[...]
Amerikanisches Recht ist nach unserem Verständnis nicht immer das Gelbe vom Ei, aber manchmal könnte man in der Methodik durchaus einen Blick über den großen Teich werfen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

27.08.2013, 13:28 Uhr

der Mann ist Sicherungsverwahrt. Das ist wie Schlüssel vor Feuerland ins Meer schmeißen. Der kommt nie wieder frei. Also erledigt sich damit ihr Kommentar bezüglich eines angeblichen "Schmuseurteils".

Wolfsfreund

27.08.2013, 14:06 Uhr

"Also erledigt sich damit ihr Kommentar bezüglich eines angeblichen "Schmuseurteils"."
---
Nichts mit Schlüssel weggeworfen! Mein Kommentar erledigt sich also keineswegs:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherungsverwahrung#Vollzug
und
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherungsverwahrung#Dauer
"Nach zehn Jahren kann die Unterbringung beendet werden, sofern nicht die Gefahr besteht, dass vom Untergebrachten infolge seines Hanges erhebliche Straftaten begangen werden, durch welche die Opfer seelisch oder körperlich schwer geschädigt werden. Dann tritt für mindestens zwei Jahre Führungsaufsicht ein. Dies ist als gesetzlicher Regelfall gedacht; ob dies auch in der Praxis so gehandhabt wird, ist mangels statistischer Daten über die Unterbringungsdauer unbekannt."
(Auszug aus Wikipedia)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×