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04.10.2011

13:20 Uhr

Drogenhandel und Korruption

Justiz ermittelt gegen französischen Top-Kommissar

Ein Skandal bei der Polizei schockiert Frankreichs Öffentlichkeit: Ein Top-Kommissar verbrachte die Nacht zu Dienstag hinter Gittern. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn ist lang.

Französische Polizisten bei einer Demo: Gegen einen Top-Kommissar wird wegen mehrerer Delikte ermittelt. dpa/picture alliance

Französische Polizisten bei einer Demo: Gegen einen Top-Kommissar wird wegen mehrerer Delikte ermittelt.

ParisEiner der prominentesten Kommissare Frankreichs, der stellvertretende Kripo-Chef von Lyon, verbrachte die Nacht zu Dienstag in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter hatte am Vorabend seine Inhaftierung angeordnet. Die Justiz ermittelt gegen den 55-Jährigen wegen mehrerer Delikte, darunter Vorteilsnahme im Amt, illegalem Drogenhandel, Korruption, illegaler Weitergabe von Dienstgeheimnissen und Veruntreuung. Gegen mehrere seiner Mitarbeiter stehen nach übereinstimmenden Medienberichten ebenfalls Ermittlungsverfahren an.

Bereits Ende vergangener Woche waren erste Hinweise bekanntgeworden. Sprecher von Polizeigewerkschaften hatten sich in den nationalen Medien schockiert geäußert. Innenminister Claude Guéant hat harte Strafen in Aussicht gestellt, sollte sich ein schuldhaftes Verhalten der festgenommenen Polizisten herausstellen. Bei dem festgenommenen Kommissar handelt es sich um einen Mann, der als „Kommissar der alten Schule“ beschrieben wird.

Er hat Medienberichten zufolge zugegeben, von Unterwelt-Größen gelegentlich Luxuslimousinen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. Auch eine Marokko-Reise habe er von ihnen angenommen. Er steht zudem im Verdacht, Informanten mit unterschlagenem Rauschgift „bezahlt“ zu haben. Seine Ehefrau, die ein Luxushotel betreibt, war vorübergehend ebenfalls in Gewahrsam genommen worden.

Von

dpa

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