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13.03.2006

11:07 Uhr

Drohende Abschiebung

Motiv für Geiseldrama von Eschweiler

Nach Erkenntnissen der Polizei war das Motiv des Geiselnehmers von Eschweiler eine drohende Abschiebung. In seiner Vernehmung gab der 32-jährige an, dass er durch die Tat seinen Aufenthalt in Deutschland verlängern wollte. Der Asylantrag des Syrers war rechtskräftig abgelehnt worden.

HB ESCHWEILER. „Der Mann wollte eine Verlängerung seines Aufenthaltes in Deutschland erreichen“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Das habe der Täter in der Vernehmung gestanden. In den Verhandlungen mit der Polizei hatte er keine Forderungen gestellt. Seine 35-jährige Ex- Freundin wurde einen Tag nach der mutmaßlichen Geiselnahme zum ersten Mal vernommen. Sie befindet sich mit ihrem Kind noch im Krankenhaus. Der Syrer geht davon aus, dass er der Vater des drei Tage alten Jungen ist. Die Trennung des deutsch-syrischen Paars habe die Chancen für seinen weiteren Aufenthalt in Deutschland verschlechtert, teilte die Polizei mit. Deshalb habe auch die Trennung bei der Tat eine Rolle gespielt. Der Frau und dem Kind habe er nichts antun wollen.

Der Festgenommene hatte eine scharfe Schusswaffe und 50 Schuss Munition bei sich. Im Patientenzimmer hatte er Benzin verschüttet, das er in einer eineinhalb Liter-Trinkflasche mitgebracht hatte. Welchen Plan er genau hatte, konnte die Polizei zunächst nicht klären. Sie schätzte den Mann als gefährlich ein. Er war in ärztlicher Behandlung. Von einer schweren psychischen Erkrankung sei aber nichts bekannt, hieß es. Bei den weiteren Ermittlungen soll auch geklärt werden, ob der 32- Jährige der Vater des Säuglings ist. „Das ist wichtig zur Klärung der Beweggründe“, sagte Kemen. Der Mann hatte die Mutter und das Kind im Patientenzimmer mit einer Schusswaffe bedroht. Im Laufe der Verhandlungen mit der Polizei hatte er zunächst das Kind übergeben und sich dann rund zwei Stunden später gestellt.

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