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24.09.2013

21:31 Uhr

Düsseldorf

Verdächtiger Koffer legte Flughafen lahm

Der Düsseldorfer Flughafen ist wieder geöffnet: Ein einsamer Koffer hat sich als nicht gefährlich erwiesen. Das Gepäckstück hatte für Stunden den Flughafen lahmgelegt – sogar die Autobahnzufahrten waren gesperrt.

Stillstand (Foto aus dem Jahr 2003): Wie viele Flüge und Passagiere betroffen sind, war zunächst nicht bekannt. dpa

Stillstand (Foto aus dem Jahr 2003): Wie viele Flüge und Passagiere betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

DüsseldorfEin verdächtiger Koffer hat den Flughafen Düsseldorf am Dienstagabend drei Stunden lang komplett lahmgelegt. Das Gebäude wurde evakuiert. 21 ankommende Flüge mit mehr als 3000 Passagieren mussten nach Angaben der beiden Airports ins benachbarte Köln ausweichen und wurden von da mit Bussen nach Düsseldorf gebracht. 70 Flüge fielen aus.

Um 20.30 Uhr gab die Bundespolizei dann Entwarnung - Spezialisten hatten den Koffer geöffnet, er erwies sich als ungefährlich. Flugzeuge konnten wieder starten und landen - die Nachtflugregelungen wurden ausnahmsweise gelockert, so dass noch bis 23 Uhr Starts und bis 0.30 Uhr Landungen möglich waren.

Herrenlose Gepäckstücke sind auf Bahnhöfen und Flughäfen keine Seltenheit - was genau den Koffer von Düsseldorf so gefährlich erscheinen ließ, wollte die Bundespolizei nicht sagen. Die Ermittlungen zum genauen Inhalt würden noch fortgesetzt, sagte Bundespolizeisprecher Achim Berkenkötter der dpa. „Aber seien Sie sicher, wenn die Fachleute sagen, sie brauchen einen großen Radius, um eine Gefährdung auszuschließen, dann gehen wir darauf ein“, fügte er hinzu. Es gehe zuallererst darum, dass durch die Untersuchung eines solchen Gepäckstücks weder für Passagiere noch für Mitarbeiter des Flughafens ein Risiko entstehe.

Der Radius war in diesem Fall so groß, dass das ganze Flughafengebäude geräumt wurde. Nach einer Schätzung des Airports harrten mehr als 1000 Menschen im Freien aus. Der Flugbetrieb kam mitten in der abendlichen Hauptverkehrszeit, zu der Geschäftsreisende zurückkehren, zum Erliegen. Auch auf der Straße gab es erhebliche Behinderungen: Die Autobahnzufahrten zum Flughafen waren bis zur Entwarnung ebenfalls gesperrt, damit sich kein Stau bildete und Fluchtwege frei blieben.

Der verdächtige Koffer war nach 18 Uhr entdeckt worden. Von einem Bombenalarm sprach die Polizei ausdrücklich zu keinem Zeitpunkt. Einzelheiten werden unter anderem auch deshalb nicht genannt, um keine Nachahmungstäter zu animieren.

Von

dpa

Kommentare (1)

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deerhunter

24.09.2013, 20:29 Uhr

ich bin heute aus Boston nach LON/Heathrow und habe dort wg Nebels dort 4 Stunden festgesessen. Als wir gegen 17.00 Uhr, nicht 18.00 Uhr! in Ddorf ankamen hat uns ein Bundespolizist sofort rausgescheucht, no baggage claim, direkt über Steig 5 raus. da standen wir dann. Kein Gepäck, keine Erklärung, keine abgestimmte Vorgehensweise. Das reine Chaos. Wer behauptet, das sei koordiniertes Krisenmanagement, hat nichts verstanden. Mitarbeiter vom Wachdienst haben Taxifahrer gefragt, was los sei. Eine miserable Orgaleistung und noch schlechtere Kommunikationspolitik. Deutsche Passagiere haben ausländischen Anreisenden versucht zu erklären, was los ist, die wussten nichts, sind irgendwie in Richtung Maritim Hotel mitgelaufen. Sammelpunkte = Makulatur. Da läuft jede Branschutzübigung in einem Kleinbetrieb hochprofessionell gegen ab. Wenn da etwas hochgegangen wäre, wäre der GAU vorprogrammiert. Grottenschlecht. Es stellt sich mir die Frage, ob wir in Mitteleuropa das Recht haben, irgendeinen anderen Staat für deren Krisenmanagement zu kritisieren. Wir haben in Deutschland jedenfalls am Ddorfer Airport keines, das solche Fälle erfolgreich bewältigen könnte - das ist mir sehr klar geworden heute.

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